Viele Arbeitslose wissen ein Lied davon zu singen: Die Integration in den Arbeitsmarkt ist in Zeiten der Krise besonders schwer. Das gilt vor allem für Menschen, die aufgrund eines persönlichen Handicaps oder einer gesundheitlichen Einschränkung bereits seit längerer Zeit von Arbeitslosigkeit betroffen sind. Zu dieser Gruppe gehören auch psychisch kranke Menschen, die einen längeren Klinikaufenthalt hinter sich haben und sich in der Rehabilitationsphase befinden. Die Betroffenen müssen in der Regel mithilfe unterstützender Maßnahmen an den Arbeitsmarkt herangeführt werden.
Genau hier setzt die neue Kooperation zwischen der Arge Essen und dem Sozialpsychiatrischen Zentrum (SPZ) des Philippusstiftes an. Die Borbecker Einrichtung, die sich seit mehr als 20 Jahren um die Betreuung von Menschen mit psychischen Beeinträchtigungen kümmert, hat zum Jahreswechsel eine neue Werkstatt im Erdgeschoss des Parkhauses an der Marktstraße eingerichtet. In den Räumen eines ehemaligen Schnellrestaurants werden zurzeit vier Langzeitarbeitslose mit psychisch bedingten Einschränkungen systematisch auf die Anforderungen des Berufslebens vorbereitet. Ziel der Maßnahme ist es, den Betroffenen neue Chancen in der Arbeitswelt zu eröffnen. Dazu werden handwerkliche Basisqualifikationen vermittelt und wichtige Eigenschaften für das Berufsleben wie z. B. Pünktlichkeit und eine höhere Belastbarkeit trainiert. Wichtig ist auch der Abbau von Ängsten und die Förderung des Selbstvertrauens. Werkstattleiter Dirk Rasch ist sich ziemlich sicher: „Wenn wir unseren Teilnehmern das Gefühl geben, dass sie gebraucht werden, wenn wir ihnen einen verlässlichen sozialen Rahmen bieten, dann werden sich für sie ganz neue Perspektiven, z. B. im Bereich der Gemeinwohlarbeit, bieten. Mit etwas Glück ist es vielleicht sogar möglich, dass die Betroffenen wieder regulär von einer Firma eingestellt werden.“
Die neue Werkstatt ist ein Teilbereich des „Zentrums für Joborientierung“, dass das SPZ in Zusammenarbeit mit der Arge Essen aufgebaut hat und das vier unterschiedliche Aufgabenbereiche umfasst. Neben der Werkstatt wird seit März des vergangenen Jahres eine Wäscherei betrieben, gibt es Arbeitsangebote in der Küche und im Verwaltungsbereich des Sozialpsychiatrischen Zentrums. Gleichzeitig werden insgesamt 16 Teilnehmer betreut und für den Arbeitsmarkt fit gemacht.
Diese Perspektive war so überzeugend, dass die Sparkasse Essen tief in die Taschen gegriffen hat und die Ausstattung der neuen Werkstatt mit 10.000 EUR unterstützt. Hans Martz, Vorstandvorsitzender der Sparkasse: „Das Sozialpsychiatrische Zentrum setzt mit dem „Zentrum für Joborientierung“ ein positives Zeichen – eine optimistische und nachhaltige Maßnahme, die zweifellos eine Bereicherung der sozialen Infrastruktur in Borbeck darstellt.“
15.01.10 |




