Ängste sind etwas Alltägliches. Jeder Mensch trägt sie in sich und durchleidet Situationen, die ihm Angst machen. Meistens lassen sich Ängste sehr gut identifizieren und auf konkrete Ereignisse oder Bedrohungen zurückführen. Die Angst, sich nicht mehr von einer schweren Krankheit zu erholen oder die Angst, den Partner zu verlieren – dass sind Ängste, die jeder Mensch gut nachvollziehen kann. Auch das soziale Umfeld hat dafür Verständnis und nimmt an der Situation der Betroffenen Anteil. Zudem haben Ängste eine schützende Funktion. Sie bewahren Menschen davor, sich unnötig in gefahrvolle Situationen zu begeben. Sie sorgen für Vorsicht, Umsicht und Weitsicht.
Doch es gibt eine Vielzahl von Ängsten, die nicht so ohne weiteres auf ein bestimmtes Ereignis oder eine konkrete Situation zurückzuführen sind. Sie lassen sich nicht rational erfassen und stoßen im Allgemeinen auf das Unverständnis des sozialen Umfeldes der Betroffen. Zu diesen Ängsten gehören zweifellos die stetige und vermeintlich unbegründete Angst, schwer zu erkranken. Auch Platzängste oder die Angst, auf die Straße zu treten und sich in der Öffentlichkeit bewegen zu müssen, gehören zu den Ängsten, die eher Unverständnis bei den Mitmenschen der Betroffenen auslösen. Es gibt Ängste, die sich langsam und diffus in das Leben einschleichen, um sich dann mehr und mehr festzusetzen. Für viele Menschen werden diese Ängste zu Dauerbegleitern, die letztlich dafür sorgen, dass an ein normales zwischenmenschliches Miteinander oder an eine regelmäßige Berufstätigkeit nicht mehr zu denken ist.
Dr. Ludger Grotkamp, Oberarzt in der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie des Philippusstiftes, möchte diesen Phänomenen näher auf den Grund gehen und in seinem Vortrag „Wenn die Angst über dein Leben bestimmt“ konkrete Wege aus der Angst aufzeigen. Darüber hinaus stellt die am Haus etablierte Selbsthilfegruppe Angst ihre Arbeit vor. Der Vortragsabend wurde in enger Zusammenarbeit mit der Essener Selbsthilfevereinigung „Wiese e. V.“ konzipiert und findet am Mittwoch, 10. Februar 2010, 18.00 Uhr, in der Psychiatrischen Tagesklinik des Philippusstiftes an der Flurstraße 191, in Essen-Borbeck, statt.
Alle Interessenten und Betroffenen sowie ihre Angehörigen sind herzlich eingeladen. Die Veranstaltung ist kostenfrei, eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Weitere Informationen sind unter Tel. 6400- 5343 erhältlich
02.02.10 |




