Mithilfe modernster Kathetertechniken ist es jetzt der Klinik für Kardiologie und Gefäßtherapie im St. Vincenz Krankenhaus gelungen, eine verschlossene Arterie im Oberschenkel eines Patienten zu öffnen und die betroffenen Gefäße ohne chirurgischen Eingriff vollständig zu rekonstruieren. Patient Hartmut Thieme (65) litt schon lange unter der so genannten arteriellen Verschlusskrankheit und konnte bei starken Schmerzen nur noch wenige Meter zu Fuß zurücklegen.
Die Therapie längerfristig verschlossener Arterien im Bereich des Ober- und Unterschenkels war bisher eine Domäne der Chirurgie. Gerade die letzten Jahre haben durch die Entwicklung moderner Kathetertechniken zu einem Wandel therapeutischer Möglichkeiten geführt. In vielen Fällen kann jetzt vollständig auf einen chirurgischen Eingriff verzichtet werden.
Bei der im St. Vincenz Krankenhaus angewandten Technik handelt es sich um ein innovatives Verfahren, bei dem zwei hochmoderne Gefäßinstrumente kombiniert zum Einsatz kommen. Zunächst wird mit einer „Gefäßzange“ ein Tunnel in die verschlossene Oberschenkelarterie gebohrt. Um danach Anschluss an die intakte Unterschenkelarterie herzustellen, wird die verbleibende Wand mit einer im Gefäß ausrichtbaren Nadel durchstoßen. Danach wird ein Sicherungsdraht in die Unterschenkelarterie eingeführt und die Gefäßaufdehnung in der Oberschenkelarterie mithilfe eines Ballonkatheters vorgenommen. Abschließend folgt die Implantation einer Gefäßstütze (Stent), was die Blutversorgung des Beines langfristig sicherstellt. Der Eingriff dauert recht lange, ist für den Patienten jedoch völlig schmerzfrei und erfordert keine Narkose.
Nicht nur der Patient, auch Chefarzt Dr. Rainer Jacksch zeigte sich nach dem Eingriff über das hervorragende Ergebnis des Eingriffs sehr zufrieden: „Dieses ist ein anschauliches Beispiel dafür, dass innovative Techniken bisher ungeahnte Möglichkeiten der nicht-chirurgischen Gefäßtherapie eröffnen.“
Die Klinik für Kardiologie im St. Vincenz Krankenhauses ist seit vielen Jahren neben kardiologischen Eingriffen auf die konservative und minimalinvasive Therapie des gesamten arteriellen Kreislaufes spezialisiert. Werden Operationen erforderlich, so arbeiten die Kardiologen des St. Vincenz Krankenhauses im Rahmen des neu gegründeten Gefäßzentrums der Katholischen Kliniken Essen-Nord sehr eng mit der Klinik für Gefäßchirurgie am Marienhospital Altenessen zusammen. Ebenfalls im Gefäßzentrum vertreten sind die Klinik für Innere Medizin und die Klinik für Diagnostische und Interventionelle Radiologie. Weitere Informationen sind unter Tel. 0201-6400-3050 erhältlich.
05.11.07 |




