Die Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie im Philippusstift erweitert im Januar 2008 ihr therapeutisches Angebot und stellt auf der offenen Therapiestation sechs Betten für Patienten mit einer Borderline-Persönlichkeitsstörung zur Verfügung.
Das so genannte Borderline-Syndrom äußert sich in einer Störung, die durch selbstverletzende Verhaltensweisen, Selbstmordgedanken und –versuche, starke Stimmungsschwankuungen sowie eine hochgradige Einschränkung des Selbstwertgefühls zum Ausdruck kommt. Am häufigsten erkranken junge Frauen. Ca. 2 Prozent der Bevölkerung ist betroffen.
Kern der Erkrankung – das zeigt die aktuelle Forschung – ist eine massive Störung der Fähigkeit, Gefühle zu regulieren. Die Stresstoleranz ist stark eingeschränkt. So baut sich häufig eine innere Anspannung auf, die der Betroffene aber nur selten realisiert und demzufolge auch nicht abbauen kann. Klinikleiter Prof. Cornelius Wurthmann: „Die starken Stimmungsschwankungen, das selbstverletzende Verhalten, Selbstmordgedanken und Gefühle von Ärger gegenüber anderen Personen in Verbindung mit häufigem und exzessivem Alkoholkonsum sind dabei sowohl Folge als auch erlernte Bewältigungsmuster dieser inneren Anspannung.“ So komme es zwangsläufig zu vielfältigen zwischenmenschlichen Problemen, die von einer existenziellen Angst vor einem Verlassenwerden geprägt seien, gleichzeitig jedoch mit Angst-, Schuld- und Schamgefühlen bei der Wahrnehmung von Nähe und Geborgenheit einhergingen. „Ein Gefühlschaos“, so Prof. Cornelius Wurthmann weiter, „dass letztlich zu dauerhaft schwierigen Beziehungen mit häufigen Trennungen und Wiederannäherungen führt.“
Menschen mit einer Borderline-Persönlichkeitsstörung benötigen eine langfristige, konstante psychotherapeutische Behandluung. In den zurückliegenden Jahren ist mit der Dialektisch-Behavioralen-Therapie (DBT) nach Marsha Linehan ein sehr effektives Behandlungskonzept entwickelt worden. Da die ambulante Behandlung aufgrund der oben beschriebenen Verhaltensweisen nicht immer möglich oder nur unter sehr schwierigen Rahmenbedingungen durchzuführen ist, hat die Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie des Philippusstiftes die DBT als zeitlich begrenzte, umfangreich gegliederte Therapie zum 1. Januar 2008 in ihr stationäres Therapieangebot aufgenommen.
Die stationäre Aufnahme der Patienten erfolgt nach einem Vorgespräch, in dem den Betroffenen das Behandlungsprogramm ausführlich erläutert wird und auch die lokalen Therapieeinrichtungen gezeigt werden. Zudem erfolgt eine genaue Einschätzung der Behandlungsmotivation und Diagnose, so dass eine individuelle Anpassung des Therapiekonzeptes vorgenommen werden kann. Anmeldungen zum Vorgespräch werden unter Tel. 0201-6400-5175 entgegengenommen.
21.12.07 |




