Verbriefte Qualität wird im Gesundheitswesen immer wichtiger, ob als Ausweis guter medizinischer Leistungen oder als Ansporn für einen gesunden Wettbewerb zwischen den verschiedenen Leistungserbringern. Nach dieser Devise hat sich auch das Westdeutsche Magen-Darm-Zentrum (WMDZ), ein Zusammenschluss der Kath. Kliniken Essen-Nord-West, des Elisabeth-Krankenhauses, der Kliniken Essen-Süd und des Universitätsklinikums, auf Herz und Nieren prüfen lassen und nach einem aufwendigen Audit das begehrte DIN ENO ISO 9001:2000 Zertifikat von der LGA Intercert Zertifizierungsgesellschaft erhalten.
„Die enge Kooperation zwischen den Verbundpartnern, die sehr hohe Fallzahl in der Behandlung von Magen-Darm-Erkrankungen und das gebündelte Know How machen das WMDZ zu einem bedeutenden und schlagkräftigen Verbund“, so Manfred Sunderhaus, Geschäftsführer der Katholischen Kliniken Essen-Nord-West. Man habe gemeinsam mit den Kooperationspartnern innerhalb kürzester Zeit das größte Magen-Darm-Zentrum in Nordrhein-Westfalen aufgebaut und damit moderne wie zukunftsfähige Strukturen etabliert, die gerade im Hinblick auf Heilungschancen bei schwerwiegenden Darmkrebserkrankungen von herausragender Bedeutung seien.
So wurden im Jahr 2007 allein im Rahmen des Tumorboards der Katholischen Kliniken Essen-Nord-West über 50 Enddarmkarzinome und mehr als 200 Dickdarmkarzinome fachübergreifend vorgestellt.
Besonders hervorzuheben sind die einheitlichen Qualitäts- und Behandlungsstandards und die damit verbundene Vereinheitlichung der Behandlungspfade. Diagnostik und Therapie korrespondieren sinnvoll miteinander. Das gilt nicht nur für die Beteiligten einer Disziplin sondern auch für die interdisziplinäre Zusammenarbeit der verschiedenen Fachrichtungen. Zum Beispiel gewinnen die beteiligten Chirurgen und Internisten mit den Teilgebieten Gastroenterologie und Onkologie sowie die eingebundenen Strahlentherapeuten und Radiologen durch ihren regelmäßigen Dialog wertvolle Zeit. Zeit, die im Zweifelsfall über den weiteren Verlauf einer bösartigen Erkrankung entscheiden kann. Zudem ist es gerade bei Tumorpatienten von elementarer Bedeutung, die aufwendige Diagnostik und Therapie am Erhalt der Lebensqualität zu orientieren. Dazu ist eine genaue Feinabstimmung aller behandelnder Ärzte besonders wichtig.
Auch die Einführung neuer Behandlungsmethoden fällt im WMDZ auf fruchtbaren Boden. So werden in den Kath. Kliniken Essen-Nord-West in letzter Zeit besonders gute Erfahrungen bei älteren Patienten und bei Patienten mit Frühkarzinomen gemacht. Mit der so genannten transanalen endoskopischen Mikrochirurgie (TEM) wurde im Marienhospital Altenessen eine Operationsmethode eingeführt, bei der kleine Karzinome im Frühstadium mit speziellen Instrumenten durch den After herausoperiert werden, ohne dass ein Bauchschnitt oder ein künstlicher Darmausgang notwendig werden – ein typisches Beispiel für positive Entwicklungen, die durch die enge Zusammenarbeit in das WMDZ hineingetragen werden.
Nicht unerwähnt bleiben darf, dass jede der beteiligten Kliniken wertvolle Impulse in den Verbund einbringt, die Kooperationsstrukturen damit bereichert und erhebliche Synergieeffekte auslöst. Es werden Verbindungen geknüpft, die nicht zuletzt wichtige Fortschritte in der wissenschaftlichen Arbeit der Partner bewirken. Das wiederum hat einen konkreten Nutzen für den Patienten, und zwar die schnelle Etablierung von wertvollen Forschungsergebnissen in der praktischen Arbeit mit und am Patienten.
12.02.08 |




