Anlässlich des 20-jährigen Bestehens des Stützpunktes und des 10-jährigen Jubiläums der Tägesstätte Borbeck öffnet das Sozialpsychiatrische Zentrum (SPZ), Germaniaplatz 3, am Samstag, den 7. Juni 2008, ab 14.00 Uhr, seine Türen. Sowohl der Stützpunkt als auch die Tagesstätte sind integraler Bestandteil der psychiatrischen und psychotherapeutischen Versorgungsstrukturen des Philippusstiftes und für die Betreuung und Begleitung psychisch kranker Menschen in Borbeck und Umgebung unverzichtbar.
Mit einem interessanten Veranstaltungsprogramm sollen jetzt beide Einrichtungen einer breiten Öffentlichkeit vorgestellt werden. Am Tag der offenen Tür haben alle Interessenten Gelegenheit, die Arbeit des Stützpunktes und der Tagesstätte einmal näher kennen zu lernen. Verschiedene Kreativangebote, Gedächtnistraining, ein Bewegungskurs, eine Fotoausstellung, die Präsentation kunsthandwerklicher Arbeiten sowie ein buntes Rahmenprogramm mit Kaffee und Kuchen bereichern den Aktionstag.
Für das Abendprogramm ist eine kleine Feierstunde mit anschließender Lesung vorgesehen. Der Altenessener Lehrer und Humorist Karl-Heinz Henrich liest aus seinem Buch „Ruhrdeutsch, die Sprache des Reviers - humorvolle Alltagsgeschichten aus dem Ruhrgebiet“.
Die Begegnungsstätte „Stützpunkt“ wurde im Jahr 1988 in Zusammenarbeit mit dem Verein für psychisch kranke Menschen vom Philippusstift eröffnet. Die Einrichtung zählt zu den ersten Bausteinen einer gemeindenahen Versorgung überhaupt. Bis zu diesem Zeitpunkt wurden chronisch psychisch Kranke in großen Landeskrankenhäusern wie Bedburg Hau, abseits vom gewohnten Lebensumfeld, versorgt.
Die Psychiatriereform in den 80ziger Jahren forderte die Auflösung dieser Großkrankenhäuser sowie eine wohnortnahe Behandlung und Betreuung der Patienten. Es entstanden neue Einrichtungen wie Tagesklinken, Wohnheime, psychiatrische Pflegedienste, Tagesstätten und Werkstätten für psychisch kranke Menschen.
Die anfänglich kleine Begegnungsstätte am Germaniaplatz 7 entwickelte sich zu einem Sozialpsychiatrischen Zentrum, das im Jahr von 580 Menschen aufgesucht wird. Sie suchen Beratung, Kontakt und Einbindung in Gemeinschaft. Sportangebote, Gesprächs- und Kreativgruppen, kulturpädagogische Angebote können je nach Interesse wahrgenommen werden.
1998 öffnete dann die Tagesstätte. Hier wird psychisch kranken Menschen, die nicht erwerbsfähig sind, eine Tagesstruktur vermittelt, so dass sie unter Anleitung ihren Alltag besser bewältigen können. Zum Beispiel sind die Teilnehmer vormittags in Arbeitsbereichen wie Hauswirtschaft und Verwaltung oder im Werkstattbereich tätig.
Gesprächs-, Trainings- und Sportgruppen helfen Ängste und Unsicherheiten zu überwinden. Täglich suchen ca. 20 Menschen die Tagesstätte auf. Auch Angehörige werden intensiv beraten und in die Arbeit eingebunden.
Seit 2004 betreuen Mitarbeiter des SPZ psychisch Kranke in ihrer Wohnung und helfen die Selbständigkeit zu erhalten. Diese Hilfen zum selbständigen Wohnen nehmen 31 psychisch kranke Menschen in Anspruch. Bei einem Großteil wird dadurch ein Heimaufenthalt vermieden.
2006 wurden die drei Bereiche des SPZ am Germaniaplatz 3 zusammengelegt. Durch diese räumliche Nähe können Übergänge nahtlos gestaltet werden.
Zum Tag der offenen Tür sind alle Interessenten herzlich eingeladen. Teamleiterin Doris Lewe und ihre Mitarbeiterinnen freuen sich auf ein reges Besucherinteresse. Infos: Tel. 0201-6400-5341
16.05.08 |




