Nach aufwendigen Umbauarbeiten ist es endlich soweit. Die ehemalige Pfarrkirche St. Peter konnte am 15. Mai 2008 im Rahmen eines von Ruhrbischof Dr. Felix Genn gestalteten Dankgottesdienstes in St. Gertrud und einer anschließenden Einweihungsfeier ihrer neuen Bestimmung übergeben werden. Künftig dient das ehemalige Gotteshaus den 422 Schülerinnen und Schülern der Katholischen Schule für Pflegeberufe Essen als neue Heimstatt. „Helle und großzügige Räume verströmen eine optimistische Atmosphäre und machen das neue Schulgebäude zu einem kreativen Ort des Lernens. Wir alle freuen uns, dass wir St. Peter wieder neu beleben dürfen und dieser beeindruckende Kirchenbau weiterhin ein Ort der Begegnung und des zwischenmenschlichen Miteinanders sein wird.“, so Manfred Sunderhaus, Aufsichtsratvorsitzender der Pflegeschule.
Es ist gar nicht lange her, da fanden in St. Peter noch Gottesdienste Hochzeiten, Taufen und Trauerfeiern statt. Viele Jahrzehnte diente das Gotteshaus seinen Gemeindemitgliedern als Ankerpunkt für ein lebendiges Gemeindeleben – eigentlich undenkbar, dass sich das eines Tages einmal ändern sollte. Doch die schwierigen ökonomischen Rahmenbedingungen forderten ihren Tribut. Nicht mehr jedes Kirchengebäude konnte unterhalten werden. So musste das Ruhrbistum einige seiner Kirchen aufgeben, darunter auch St. Peter. Doch der Verlust dieses denkmalgeschützten im Bauhausstil errichteten Kirchengebäudes aus den 20er Jahren des letzten Jahrhunderts, das mit seinen klaren Linien die Bauhausarchitektur wie kaum ein anderes Gebäude in Essen repräsentiert, wäre auch kulturell ein schmerzlicher Verlust gewesen.
So war es eine glückliche Fügung, dass die auf drei Standorte verteile Pflegeschule dringenden Raumbedarf aufwies und bereits seit längerem an einem Ort gebündelt werden sollte. Schulleiter Reinhold Schulte-Eickholt: „St. Peter bot sich einfach an. Der große Baukörper wies genügend Raum für unsere Zwecke auf. Auf drei Ebenen haben wir Klassenräume von jeweils rund 100 Quadratmetern Fläche geschaffen. Hinzu kommen Funktions- und Demonstrationsräume, das große Lehrerzimmer und einige Büroräume.
Architekt Franz-Josef Gierse zeigte sich ebenfalls glücklich über die gelungene Umgestaltung: „Rein äußerlich haben wir den Charakter des Gebäudes kaum verändert, lediglich die Fenster wurden für eine bessere Belichtung deutlich vergrößert. Doch der großzügige Innenausbau macht die Umnutzung zu einem Vorzeigeprojekt, das in der Region seinesgleichen sucht.“ Dabei habe man den vorgegebenen Finanzrahmen in Höhe von rund 2,8 Millionen EUR sogar leicht unterschritten.
Möglich wurde der Umbau durch eine sehr enge Zusammenarbeit aller Beteiligten und einigen großzügigen Spendern, die mit Ihren Mitteln für das nötige Eigenkapital sorgten. Mit im Boot waren die Stiftung der Sparkasse Essen, die Schwestern von der heiligen Elisabeth, der Stiftungsfonds der Bank im Bistum und die Firma Johnson und Johnson. Aber auch das Ruhrbistum engagierte sich erheblich, indem die Liegenschaft der Pflegeschule zu einem symbolischen Preis von nur 53.000 EUR überlassen wurde. Die Idee war einfach überzeugend. Schließlich handelte es sich nicht um irgendeine Folgenutzung. Denn die Ausbildung von Krankenschwestern und –pflegern, Altenpflegerinnen und –pflegern sowie Kinderkrankenpflegerinnen und –pflegern orientiert sich inhaltlich an christlich-karitativen Werten und führt auf diese Weise die lange Gemeindetradition St. Peters fort. Im übertragenen Sinne bleibt die neue Einrichtung also ein Haus Gottes.
16.05.08 |




