Dem Patienten Walter Müller (Name von der Redaktion geändert) geht es nicht gut. Seine Niereninsuffizienz ist derart weit fortgeschritten, dass er regelmäßig zur Dialysebehandlung ins Krankenhaus muss. Zudem ist er an Darmkrebs erkrankt. Eine Chemotherapie ist unausweichlich. Die erforderlichen Medikamente werden Walter Müller über einen fest implantieren Zugang am Arm, einen sogenannten Port, gegeben. Und dann passiert etwas, mit dem niemand rechnen kann. Am Port reißt ein Stück Schlauch ab und gelangt über die Hauptblutgefäße an eine ungünstige Position in die rechte Herzkammer. Walter Müller wird sofort in die Radiologie eines bekannten Essener Krankenhauses gefahren. Dort versucht man den Fremdkörper zu entfernen, doch der Eingriff bleibt ohne Erfolg. Als Alternative wird dem schwerkranken Patienten eine dauerhafte Gabe von Blutgerinnungshemmern verordnet. Das Blut soll flüssig gehalten werden, damit es keine „unselige Verbindung“ mit dem Fremdkörper eingeht und möglicherweise verklumpt. Doch das Alter des Patienten und seine schwere Grunderkrankung, insbesondere die regelmäßig erforderliche Dialysebehandlung, sprechen gegen eine medikamentöse Dauerbehandlung. Der Fremdkörper muss also raus!
So wird Walter Müller auf Anraten seiner behandelnden Dialysepraxis dem Team um Dr. Rainer Jacksch, Chefarzt der Klinik für Kardiologie im St. Vincenz Krankenhaus, vorgestellt. Hier wird man sofort initiativ und bestimmt die Lage des Fremdkörpers mit hochdifferenzierten Verfahren modernster Lokalisationsdiagnostik. Anschließend wird über die rechte Beinvene ein Katheter eingeführt und bis zum Herzen vorgeschoben. Am Ende des Katheters befindet sich eine spezielle Schlinge, mit der es möglich ist, den Fremdkörper selbst in ungünstiger Lage zu fassen und über die Armvene zu entfernen. Genauso geschieht es auch. Chefarzt Dr. Rainer Jacksch: „Der Eingriff dauerte nur wenige Minuten und erspart Walter Müller für die Dauer seines Lebens eine medikamentöse Behandlung mit Blutverdünnern und Gerinnungshemmern. Wir freuen uns mit dem Patienten, dass uns dieser hochkomplexe Eingriff, der nur in wenigen Kliniken durchgeführt werden kann, ohne Komplikationen gelungen ist und unsere erfolgreiche Behandlung dem Patienten eine spürbare Erleichterung verschafft.“




