Die Zeit ist wie im Fluge vergangen. Mehr als acht Jahre waren es, die Johannes Reyter als Evangelischer Krankenhausseelsorger seit dem Jahr 2001 im katholischen Philippusstift in Essen-Borbeck tätig war. Jetzt geht er nach 29 Berufsjahren in den verdienten Ruhestand. Doch etwas Wehmut schwingt schon mit, wenn in diesen Tagen ein bedeutender Lebensabschnitt für ihn zu Ende geht. Denn für Johannes Reyter waren seine Aufgaben im Philippusstift alles andere als nur ein Job. Vor allem im Kontakt zu Patienten und Mitarbeitern wurde ihm immer wieder klar, dass die seelsorgerische Zuwendung unersetzlich ist. „Oft habe ich erlebt, dass selbst schwer kranke Menschen, deren Schicksaal in Gottes Hand lag, durch das persönliche Gespräch neuen Mut und neue Kraft geschöpft haben“, so der scheidende Seelsorger.
Geschäftsführer Manfred Sunderhaus griff diesen Gedanken gerne auf und machte deutlich, dass Johannes Reyter durch seine Arbeit immer wieder klar gestellt habe, „dass man in einem Krankenhaus neben allen medizinischen und wirtschaftlichen Herausforderungen den Dienst am Nächsten nicht aus den Augen verlieren darf.“ Mit praktizierter Nächstenliebe und dem so wichtigen ökumenischen Engagement habe er deutliche Spuren hinterlassen. Spuren, an denen sich das Philippusstift auch in Zukunft orientieren werde.
Für den Ruhestand hat Johannes Reyter noch keine konkreten Pläne gemacht. Schließlich hat der verheiratete Vater von fünf mittlerweile erwachsenen Kindern eine große Familie und dürfte sich über Langeweile kaum beklagen. Doch auf nähere Nachfrage gibt der bekennende Rolling Stones Fan dann doch mit einem Augenzwickern zu, dass er künftig wieder häufiger seine Gitarre in die Hand nehmen oder die alten Scheiben der Stones auflegen wird.
04.09.09 |




