Zur großen Freude von Dietmar Kuss von der internationalen Hilfsorganisation „Hilfe weltweit“ aus Köln konnten die Katholischen Kliniken Essen-Nord-West in diesen Tagen rund 56 gebrauchte Krankenhausbetten einschließlich Zubehör für mehrere Krankenhäuser im westafrikanischen Ghana zur Verfügung stellen. Die alten Betten hatten rund 25 Jahre ihren Dienst im Borbecker Philippusstift geleistet, bevor sie vor einigen Wochen gegen modernste Bettentechnik ausgetauscht wurden.
Gerd Uhe, Leiter der Medizintechnik der Katholischen Kliniken, zeigte sich erleichtert: „Zunächst hatten wir vergeblich versucht, die Betten ins vom Erdbeben zerstörte Haiti zu bringen. Doch der Mangel an ausreichenden Transportkapazitäten machte uns einen Strich durch die Rechnung.“ Man habe mangels Alternative und ausreichender Lagermöglichkeiten zwischenzeitlich sogar daran gedacht, die noch gut erhaltenen Betten zu verschrotten. „Das haben wir aber nicht übers Herz gebracht“, so der erfahrene Medizintechniker weiter. Schließlich wisse man um den großen Bedarf in vielen Ländern der dritten Welt.
Über den Kontakt zu „Hilfe weltweit“ ließ sich am Ende das Transportproblem dann doch noch lösen. Die Gesellschaft für technische Zusammenarbeit (GTZ) zeigte sich großzügig und übernahm sämtliche Kosten für den LKW- und Überseetransport in die ghanaische Hauptstadt Accra. Von dort aus werden die Betten mit Unterstützung des National Katholic Secretariat, einer katholischen Hilfsorganisation in Ghana, in vorwiegend ländliche Regionen des westafrikanischen Landes gebracht.
Nach Auskunft von „Hilfe weltweit“ ist die politische Lage in Ghana durchaus stabil, doch befinde sich das Land wirtschaftlich in einer äußerst schwierigen Situation. Als einer der größten Kakaoexpoteure der Welt leide Ghana unter den hohen Preisschwankungen für Rohkakao besonders stark. Überall fehlten Devisen und damit auch die notwendigen Mittel für eine ausreichende Gesundheitsversorgung und Ausstattung der Krankenhäuser. Angesichts lebensbedrohlicher Erkrankungen wie Malaria und Aids seien die Sachspenden aus dem Philippusstift eine große Hilfe. „Die gebrauchten Betten können noch über viele Jahre wertvolle Dienste leisten“, freut sich Susanne Olson aus der Kölner Zentrale der international tätigen Hilfsorganisation.
07.04.10 |




