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Ernährungsberatung
Ernährungsberatung zur Vorbeugung von Krankheiten
Neben der Gastroenterologie und Hepatologie ist die Ernährungsmedizin ein weiterer wichtiger Schwerpunkt der Klinik. Es ist heute unbestritten, dass Ernährungseinflüsse eine wichtige Rolle bei der Entstehung der meisten Zivilisationskrankheiten spielen, allen voran den Herz-Kreislauf-, Stoffwechsel- und Krebserkrankungen. Aber auch für die chronisch entzündlichen Darmerkrankungen ist unsere "Zivilisationskost" als ein Risikofaktor identifiziert worden.
Die Zusammenhänge zwischen der Ernährung und den Ursachen dieser durch viele Faktoren bedingten Erkrankungen sind außerordentlich komplex. Unbestritten ist, dass eine richtig zusammengestellte Ernährung eine wesentliche Säule der Vorbeugung ("Prävention") darstellt. Bislang konnten nur für wenige Einzelnährstoffe protektive ("schützende") oder nachteilige Wirkungen mit ausreichender Sicherheit belegt werden. Generell können jedoch die 10 Regeln der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) für jeden von uns empfohlen werden:
- Vielseitig essen
Genießen Sie die Lebensmittelvielfalt. Es gibt keine "gesunden", "ungesunden" oder gar "verbotenen" Lebensmittel. Auf die Menge, Auswahl und Kombination kommt es an. - Getreideprodukte - mehrmals am Tag und reichlich Kartoffeln
Brot, Nudeln, Reis, Getreideflocken, am besten aus Vollkorn, sowie Kartoffeln enthalten kaum Fett, aber reichlich Vitamine, Mineralstoffe, Spurenelemente sowie Ballaststoffe und sekundäre Pflanzenstoffe. - Gemüse und Obst - nimm "5" am Tag
Genießen Sie 5 Portionen Gemüse und Obst am Tag, möglichst frisch, nur kurz gegart, oder auch als Saft ? idealerweise zu jeder Hauptmahlzeit und auch als Zwischenmahlzeit: Damit werden Sie reichlich mit Vitaminen, Mineralstoffen sowie Ballaststoffen und sekundären Pflanzenstoffen versorgt. - Täglich Milch und Milchprodukte, einmal in der Woche Fisch; Fleisch, Wurstwaren sowie Eier in Maßen
Diese Lebensmittel enthalten wertvolle Nährstoffe, z. B. Calcium in Milch, Jod, Selen und omega-3-Fettsäuren in Seefisch. Fleisch ist wegen des hohen Gehaltes an verfügbarem Eisen und an den Vitaminen B1, B6 und B12 vorteilhaft. Mengen von 300-600 g Fleisch und Wurst pro Woche reichen hierfür aus. Bevorzugen Sie fettarme Produkte, v.a. bei Fleischerzeugnissen und Milchprodukten. - Wenig Fett und fettreiche Lebensmittel
Fettreiche Speisen schmecken zumeist besonders gut. Zuviel Nahrungsfett allerdings fördert langfristig die Entstehung von Übergewicht, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Krebs. Halten Sie darum das Nahrungsfett in Grenzen. Achten Sie auf das unsichtbare Fett in manchen Fleischerzeugnissen und Süßwaren, in Milchprodukten und Gebäck. - Zucker und Salz in Maßen
Genießen Sie Zucker und gesüßte Lebensmittel und Getränke nur gelegentlich. Würzen Sie kreativ mit Kräutern und Gewürzen und wenig Salz. Verwenden Sie auf jeden Fall jodiertes Speisesalz. - Reichlich Flüssigkeit
Wasser ist absolut lebensnotwendig. Trinken Sie jeden Tag rund 1,5 l Flüssigkeit. Alkoholische Getränke sollten nur gelegentlich und in kleinen Mengen konsumiert werden (bei Männern z .B. 0,5 l Bier oder 0,25 l Wein). - Schmackhaft und schonend zubereiten
Garen Sie die jeweiligen Speisen bei möglichst niedrigen Temperaturen, soweit es geht, kurz, mit wenig Wasser und wenig fett ? das erhält den natürlichen Geschmack, schont die Nährstoffe und verhindert die Bildung schädlicher Verbindungen. - Nehmen Sie sich Zeit, genießen Sie Ihr Essen
Bewusstes Essen hilft, richtig zu essen. Auch das Auge isst mit. Lassen Sie sich Zeit beim Essen. Das macht Spaß, regt an, vielseitig zuzugreifen, und fördert das Sättigungsempfinden. - Achten Sie auf Ihr Gewicht und bleiben Sie in Bewegung
Mit dem richtigen Gewicht fühlen Sie sich wohl und mit reichlich Bewegung bleiben Sie in Schwung - tun etwas für Fitness, Wohlbefinden und Ihre Figur.
Aufbauend auf diese Regeln, versuchen wir für den einzelnen Patienten in einer situations- und personenbezogenen Ernährungsberatung ein sinnvolles Konzept zu entwickeln. Der Schwerpunkt liegt dabei auf dem "Machbaren und Sinnvollen" und nicht auf dem Aufsagen von starren Regeln.




