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Welche Behandlung ist am effektivsten bei der chronischen Hepatitis C ?
Die Deutsche Agentur für Health Technology Assessment des DIMDI, DAHTA@DIMDI, hat die medizinische und ökonomische Effektivität der Therapie von chronischer Hepatitis C mit Virostatika (Arzneimittel zur Therapie von Vireninfektionen) im Rahmen einer Modellierung bewertet. Das Ergebnis der Modellierung weist darauf hin, dass die Behandlung von chronischer Hepatitis C mit Peginterferon und Ribavirin medizinisch und ökonomisch effektiver ist als die Standardtherapie mit Interferon und Ribavirin.
Durch Viren hervorgerufene Leberentzündungen gehören zu den weltweit häufigsten Infektionskrankheiten. Die Gesamtzahl der HCV-Infizierten in Deutschland wird auf mindestens 400.000 geschätzt, von denen 80 Prozent eine chronische Hepatitis C entwickeln. Bei 20 Prozent der chronisch Erkrankten entwickelt sich innerhalb von Jahrzehnten eine Leberzirrhose, verbunden mit einem erhöhten Risiko von Blutungen in der Speiseröhre, Ansammlung von Flüssigkeit in der Bauchhöhle, Verwirrtheit und Leberkrebs.
Die Standardtherapie von chronischer Hepatitis C beruht auf einer Kombination von Interferon und Ribavirin. Derzeit wird jedoch auch eine Kombination aus Peginterferon und Ribavirin angewendet. Diese wird im Vergleich zur Standardtherapie effektiver eingeschätzt und vom Robert Koch-Institut als optimal bezeichnet. Diese Behandlung ist jedoch kostenintensiver als der Standard.
Die Literaturrecherche offenbart einen Mangel an geeigneten Studien für eine Bewertung. Eine Modellierung auf Basis vorhandener Studien zeigt jedoch: Die Kombinationstherapie mit Peginterferon und Ribavirin führt zu einer um rund viereinhalb Jahre höheren Lebenserwartung bei zuvor nicht behandelten Patienten mit erhöhten Transaminasewerten gegenüber einer Behandlung ohne Virostatika. Die Standardtherapie erhöht die Lebenserwartung um rund zweieinhalb Jahre und die Monotherapie mit Interferon noch um rund ein Jahr. Diese antivirale Therapien verringern das Risiko, im Verlauf von 20 Jahren nach einer HCV Infektion an einer Lebererkrankung zu sterben, um bis zu 46 Prozent. Die Peginterferon-Ribavirin-Therapie verursacht gegenüber der Standardtherapie Mehrkosten, die aus volkswirtschaftlicher Sicht zweckmäßig scheinen, weil damit Kosten für Folgeerkrankungen vermieden werden können.




