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Behandlung
Auf dieser Seite wollen wir Sie über unser Therapie- und Leistungsspektrum informieren. Im einzelnen sind dies:
- Kardiologie (Herz-Kreislauferkrankungen)
Arteriosklerose und koronare Herzkrankheit
Herzrhythmusstörungen
Herzmuskelerkrankungen
Herzklappenfehler
Chest-Paint-Unit - Diagnostische Leistungen
Frühdiagnose der Arteriosklerose
Gefäßdiagnostik bei peripherer Arteriosklerose (pAVK)
Kardio-CT und Kardio-MRT
Ultraschalluntersuchungen des Herzens und der Gefäße
Stressechokardiographie
Transoesophageale Echokardiographie - „Schluckecho“
Diagnostik im Herzkatheterlabor
Elektrokardiographie (EKG) – Elektrische Untersuchung des Herzens
Ruhe-EKG
Belastungs-EKG (Ergometrie)
Langzeit-EKG
Elektrophysiologie (EPU)
Langzeitblutdruckmessung
Kreislauftest, Kipptischuntersuchung - Behandlungen
Angina pectoris, Koronare Herzerkrankung
Akuter Herzinfarkt
Herzschrittmacherimplantation
Implantation von Defibrillatoren
Ablation
Kardiologische Intensivstation
Monitor- und Telemetriestation
Physiotherapie - Aufklärung und Beratung
Ernährungsberatung
Schulungsprogramme
Selbsthilfegruppen - Klinik und Wissenschaft
- Infomaterial
Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems
Arteriosklerose
Ursache der häufigsten Herz- Kreislauferkrankungen ist bei entsprechender genetischer (familiärer) Veranlagung eine Arteriosklerose oder Arterienverkalkung, die durch Bewegungsmangel, falsche Ernährung und Nikotinkonsum verursacht oder verstärkt wird. Es kommt dann zu verschiedenen, sehr komplizierten Veränderungen an der Arterienwand, die mit Verhärtungen, Verdickungen und Verkalkungen einhergehen und zu einer Verengung des Blutgefäßes führen. Dieser Prozess verläuft über Jahre unbemerkt, nur allmählich verringert sich der Blutzufluss und damit die Sauerstoffversorgung am Herzen.
Koronare Herzkrankheit
Wenn die Arteriosklerose in den Arterien des Herzens auftritt, kommt es zur Koronaren Herzkrankheit, aus der möglicherweise eine Herzmuskelschwäche (Herzinsuffizienz) oder ein Herzinfarkt entsteht. Zur Vorbeugung bei genetischer (familiärer) Arteriosklerose sind eine bewusste Ernährung, viel Bewegung und eine regelmäßige ärztliche Untersuchung sehr wichtig.
Herzrhythmusstörungen
Das Herz ist ein Hochleistungsorgan, das täglich etwa 100.000 mal schlägt und dabei bis zu neun Tonnen Blut bewegt. Gerät das Herz aus dem Takt, spricht man von Herzrhythmusstörungen.
Die häufigste Herzrhythmusstörung ist das so genannte Vorhofflimmern. Hier sind die Impulse, die die Aktivität von Vorhof und Herzkammer steuern, nicht mehr richtig aufeinander abgestimmt. Die Impulse überlagern sich. Vorhof und Herzkammer schlagen unabhängig voneinander. Die Herzkammern werden nicht mehr von den Vorhöfen gesteuert. Daraus folgt zum Teil eine deutlich höhere und unregelmäßige Herzfrequenz.
Herzrhythmusstörungen können vielfältige Ursachen haben. Ob Durchblutungsstörungen der Herzkranzgefäße, Herzmuskelentzündungen, Herzklappenfehler oder die Vernarbung der Herzmuskulatur – die Auslöser von Herzrhythmusstörungen sind individuell sehr verschieden.
Herzmuskelerkrankungen
Unter Herzmuskelerkrankungen (Kardiomyopathie) werden alle Herzerkrankungen zusammengefasst, die nicht auf Durchblutungsstörungen des Herzens zurückzuführen sind.
Drei Formen von Herzmuskelerkrankungen werden unterschieden:
- Die dilatative Kardiomyopathie, eine Sonderform der Herzschwäche, die zur abnormalen Vergrößerung des Herzmuskels und einem stärker werdenden Leistungsabfall führt. Ursache der Erkrankung kann eine oft unbemerkte Myokarditis (Herzmuskelentzündung) sein, die durch Bakterien oder Viren verursacht wird.
- Die hypertrophische Kardiomyopathie, eine Verdickung der Muskulatur in den Herzkammern
- Die restriktive (infiltrative) Kardiomyopathie, eine seltene Form der Herzmuskelschwäche, die durch Ablagerung von körpereigenen Fremdstoffen (Eiweißbestandteilen) im Herzmuskelgewebe verursacht wird (z.B. Amyloidose) und primär zur Versteifung (Dehnbarkeitsstörung) des Herzmuskels führt.
Herzklappenfehler
Die Herzklappen sind mehr als nur eine Verbindung zwischen den Herzkammern und den großen Gefäßen. Sie sind unter anderem für die richtige Fließrichtung des Blutes verantwortlich. Fehlfunktionen der Herzklappen können verschiedene Ursachen haben:
- Herzklappen können verkleben. Sie öffnen sich nicht mehr richtig und die Leerung der Vorhöfe oder der Kammern wird erschwert. Es entsteht eine Klappenstenose (Verengung)
- Klappeninsuffizienz: Herzklappen können undicht sein und ein Teil des Blutes fließt gegen die normale Fließrichtung zurück. Dieser oft angeborene Herzfehler schränkt die Leistung des Herzens ein.
- Kombinierte Herzklappenfehler, die sowohl auf Klappenstenosen als auch auf Klappeninsuffizienz beruhen.
Chest-Paint-Unit
Im Dezember 2010 wurde die neue Chest-Pain-Unit (CPU) im St. Vincenz Krankenhaus von der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie auditiert und im Januar 2010 ofiziell zertifiziert. Die CPU (Chest-Pain-Unit, sog. Brust Schmerz-Einheit) ist mit vier separaten Betten auf der Intensivüberwachungsstation angesiedelt. Behandelt werden vorwiegend Patienten mit unklarem oder neu aufgetretenem Brustschmerz mit dem Ziel, durch eine entsprechende Logistik schnell die notwendigen weiterführenden Maßnahmen wie z. B. eine Linksherzkatheteruntersuchung durchzuführen oder auch eine rasche Verlagerung der weiteren Behandlung in den ambulanten Sektor zu gewährleisten.
Mit ihrer Zertifizierung ist die neue Chest-Pain-Unit ein weiterer wichtiger Baustein in der strukturellen Weiterentwicklung der Versorgungsstrukturen mit ihren kardiologischen Standorten am St. Vincenz Krankenhaus und am Philippusstift und unterstreicht die wichtige Rolle der Katholischen Kliniken Essen-Nord-West im Essener Herzinfarktverbund. Mit Ihren Chest-Pain-Unit Standorten am St. Vincenz Krankenhaus und am Philippusstift befinden sich zwei der vier zertifizierten CPU-Standorte in Essen unter dem Dach der Katholischen Kliniken Essen-Nord-West gGmbH.

Diagnostische Leistungen
Frühdiagnose der Arteriosklerose
Eine besondere Herausforderung für die Diagnostik ist die Früherkennung der Arteriosklerose. Auf Wunsch wird in unserer Klinik eine Arteriosklerose-Früherkennung durchgeführt. Dabei kann sich jeder Patient, der noch nicht erkennbar herzkrank ist, sein persönliches Risiko für Folgeerkrankungen wie Herzinfarkt und Schlaganfall bestimmen lassen. Bei entsprechender Gefährdung können rechtzeitig vorbeugende Behandlungsmaßnahmen eingeleitet werden.
Gefäßdiagnostik bei peripherer Arteriosklerose (pAVK)
Die Arteriosklerose zeigt sich in einer zunehmenden Verkalkung der Arterien und der damit einhergehenden Gefäßverengung. Davon sind nicht nur die Herzkranzgefäße betroffen (koronare Herzerkrankung), sondern in der Regel auch die herzfernen Hals-, Bauch-, Becken- und Beinarterien. Dann spricht der Mediziner von einer peripheren Arteriellen-Verschluss-Krankheit (pAVK), die mit ernsten Durchblutungsstörungen einhergeht. Neuere Studien zeigen, dass Betroffene ein sehr hohes Herzinfarkt- und Schlaganfallrisiko tragen. Dementsprechend werden Patienten mit einem pAVK-Verdacht sorgfältig auf begleitende Durchblutungsstörungen in den Beinen, am Hals und im Bauch-Beckenbereich untersucht. Neben einem Gehtest kommen Ultraschallverfahren wie z. B. die Duplexsonographie, ein spezieller Drucktest und unterschiedliche Techniken der erweiterten Gefäßdarstellung, wie z.B. die CT-Angiographie, die Kernspinangiographie sowie bei klarem Befund die Kontrastmittelangiographie im Katheterlabor zur Anwendung.
Kardio-CT und Kardio-MRT
In Zusammenarbeit mit der Klinik für Radiologie kommen bei speziellen Fragestellungen die neueren Methoden der Computertomographie des Herzens (Kardio-CT) und mit besonderem Schwerpunkt die Kernspintomographie des Herzens (Kardio-MRT) zur Anwendung. Anwendungsgebiete sind die Analyse des Herzinfarktrisikos, das Kalkscreening, die orientierende Darstellung der Herzkranzarterien, Durchblutungsmessungen (Perfusion) und unklare Herzmuskelerkrankungen. Dabei werden modernste Verfahren der Bildgebung benutzt. In der Kardio-MRT-Untersuchung steht die Frage nach Mangeldurchblutung (Ischämie) und Ausdehnung eines Narbengewebes nach einem Herzinfarkt im Vordergrund. Die Herzmuskelfunktion kann in Ergänzung zur Echokardiographie und Angiographie genauer untersucht und die Notwendigkeit zur Wiederaufdehnung eines Gefäßes oder zu einer Bypassoperation deutlich besser beurteilt werden. Durch die Kardio-CT-Untersuchungen sind erweiterte Risikoanalysen möglich, z. B. orientierende Gefäßdarstellungen und die Beurteilung einer Coronarsklerose (Verkalkung von Herzkranzarterien). Kardio-CT-Untersuchungen gelten heute in der Kardiologie als sehr vielversprechend, werden jedoch nur dann angewandt, wenn das zu erwartende Krankheitsbild die Strahlenbelastung rechtfertigt.
Ultraschalluntersuchungen des Herzens und der Gefäße
Wir verfügen im St. Vincenz Krankenhaus über drei Ultraschallgeräte mit hochmoderner Bildtechnologie. Alle modernen Untersuchungstechniken wie Echokardiographie und Dopplerechokardiographie einschließlich der Kontrastechokardiographie und der Gewebedopplerechokardiographie werden bei uns durchgeführt. Mit diesen Untersuchungen können wir die Herzmuskelfunktion, die Herzmuskelstruktur, die Herzklappenfunktion, Veränderungen an den Herzklappen und die Funktionen der herznahen Gefäße genau beurteilen. Bei Patienten mit Herzinfarktgefährdung kann die Funktion des Herzmuskels durch die Perfusionsechokardiographie genau analysiert werden.
Ultraschalluntersuchungen des Herzens und der Gefäße / Stressechokardiographie
Die Stressechokardiographie ist eine Ultraschalluntersuchung des Herzens unter Belastung. Damit kann man Minderdurchblutungen des Herzmuskels in Belastungssituationen zeigen. Solche Durchblutungsstörungen treten im allgemeinen ab einer 70%igen Verengung eines Herzkranzgefäßes auf. Damit gibt die Stressechokardiographie wichtige Hinweise auf eine koronare Herzerkrankung und klärt die Frage, ob eine Ballonaufdehnung nötig ist.
Ultraschalluntersuchungen des Herzens und der Gefäße / Transoesophageale Echokardiographie - „Schluckecho“
Mit einer Ultraschallsonde kann von der Speiseröhre aus mit Hilfe der transoesophagealen Echokardiographie, dem so genannten Schluckecho, das Herz mit den angrenzenden Gefäßen sehr genau untersucht werden. Eine besondere Bedeutung hat diese Untersuchung zur Erkennung von Gerinnseln im Bereich des Herzens, insbesondere bei Patienten mit Vorhofflimmern. Bei Verletzungen der herznahen Arterien ist diese Untersuchung auch in der Notfallbereitschaft von herausragender Bedeutung.
Diagnostik im Herzkatheterlabor
Wir verfügen über ein modernes biplanes und ein zweites monoplanes Herzkatheterlabor, das in einer 24-Stunden-Bereitschaft betrieben wird und Notfallbehandlungen rund um die Uhr ermöglicht. Das ist vor allem bei Patienten mit akutem Herzinfarkt von großer Bedeutung. Allgemein betrachtet ermöglicht das Herzkatheterlabor eine erweiterte Diagnostik. Es werden sogenannte Herzkatheter über die Arterie des Beins oder des Arms bis an das Herz herangeführt. Dieses Diagnoseverfahren findet bei schweren Herzfehlern, bei Herzmuskelschwäche und besonders bei der Untersuchung von Herzkranzgefäßen Anwendung. Dazu gehört u. a. die intrakoronare Ultraschalluntersuchung, bei der die Herzkranzgefäße von innen untersucht werden. Damit können der Wandaufbau der Herzkranzgefäße und unklare Verengungen am genauesten diagnostiziert werden. Bei Patienten mit Herzmuskelschwäche wird in Einzelfällen eine Gewebeentnahme (Biopsie) aus dem Herzmuskel vorgenommen.
Elektrokardiographie (EKG) – Elektrische Untersuchung des Herzens
Mit dem EKG werden die Herzströme untersucht. Bei elektrischer Erregung des gesamten Herzmuskels entsteht eine elektrische Spannung von einigen Millivolt (mV), die mit einem Spannungsmessgerät am Körper messbar ist. Erst durch das EKG ist es möglich geworden, den Herzrhythmus zu analysieren und Herzinfarkte zu diagnostizieren. Beim EKG wird zwischen dem Ruhe-EKG, dem Belastungs-EKG und dem Langzeit-EKG unterschieden.
Elektrokardiographie (EKG) – Elektrische Untersuchung des Herzens / Ruhe-EKG
Das Ruhe-EKG dient der Diagnose von dauerhaften oder gehäuft auftretenden Herzrhythmusstörungen. Es erfolgt unter Ausschluss körperlicher Belastungen und liefert orientierende Hinweise auf eine Mangeldurchblutung der Herzkranzgefäße oder auf entzündliche Herzerkrankungen sowie Herzrhythmusstörungen.
Elektrokardiographie (EKG) – Elektrische Untersuchung des Herzens / Belastungs-EKG (Ergometrie)
Das Belastungs-EKG ist eine ambulante oder stationäre Untersuchung. Der Patient tritt dabei wie beim Fahhradfahren zwei Pedale. Der Widerstand beim Treten wird stufenweise erhöht, bis der Patient bestimmte Werte für den Blutdruck und die Herzfrequenz erreicht hat. Die Belastung kann auch mit einem Laufband oder mit „Kletterstufen“ erfolgen. Beim Belastungs-EKG sucht man in erster Linie nach Veränderungen der EKG-Kurven. Diese Veränderungen, aber auch Beschwerden während der Untersuchung können auf einen Durchblutungsmangel der Herzkranzgefäße hinweisen. Dann sind weitere Untersuchungen erforderlich.
Elektrokardiographie (EKG) – Elektrische Untersuchung des Herzens / Langzeit-EKG
Beim Langzeit-EKG werden Herzströme in der Regel über 24 Stunden aufgezeichnet. Dabei wird das Aufzeichnungsgerät ohne Unterbrechung am Körper getragen. Die gewonnenen Daten dienen der Beurteilung von Herzrhythmusstörungen.
Elektrokardiographie (EKG) – Elektrische Untersuchung des Herzens / Elektrophysiologie (EPU)
Die elektrophysiologische Diagnostik untersucht mit mehreren hauchdünnen Kathetern die elektrischen Impulse, die die Herzfrequenz steuern. Sie werden vom Sinusknoten, dem natürlichen Schrittmacher des Herzens, erzeugt und breiten sich über drei Leitungsbahnen bis hin zum AV-Knoten aus. Dabei wird häufig festgestellt, dass die Überleitung der Impulse gestört ist und das Herz sich bei körperlicher Anstrengung mit nur 60 bis 80 Schlägen pro Minute nicht anpassen kann. Elektrophysiologische
Untersuchungen klären auf diese Weise, ob Herzschrittmacher den Sinus- und AVKnoten sinnvoll unterstützen können.
Ebenso kommt die EPU bei Patienten mit einer Herzrhythmusgefährdung zur Anwendung, insbesondere nach einem Herzinfarkt. Durch die EPU kann genauer abgeschätzt werden, ob betroffene Patienten von gefährlichen Rhythmusstörungen wie Kammerrasen oder Kammerflimmern bedroht sind.
Elektrokardiographie (EKG) – Elektrische Untersuchung des Herzens / Langzeitblutdruckmessung
Das Risiko einer Vielzahl von Herz-Kreislauf-Erkrankungen hängt ganz wesentlich von der Höhe des durchschnittlichen Blutdrucks ab. Sporadische Messungen geben hier nur unzureichende Auskünfte. Um Durchschnittswerte zu ermitteln und um den Erfolg einer medikamentösen Therapie bei Bluthochdruckleiden (arterielle Hypertonie) zu kontrollieren, werden Langzeitblutdruckmessungen durchgeführt. Die Messung erfolgt durch ein kleines batteriebetriebenes Gerät, das an einem Gürtel befestigt wird und im Abstand von 15 bis 30 Minuten automatische Messungen durchführt. Neben den Blutdruckwerten wird auch die Herzfrequenz erfasst. Sämtliche Messergebnisse werden gespeichert und am folgenden Tag in einen Computer übertragen und ausgewertet.
Elektrokardiographie (EKG) – Elektrische Untersuchung des Herzens / Kreislauftest, Kipptischuntersuchung
Bei Patienten mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen kann in Einzelfällen eine Kreislaufregulationsstörung vorliegen, die zu Schwindel und Ohnmachtsanfällen führen kann. Entsprechende spezifische Kreislauftests werden in der Abteilung durchgeführt. Dies beinhaltet die einfache Kreislaufuntersuchung mit Liege- und Stehmanöver sowie die aufwändigere Untersuchung im Rahmen einer so genannten Kipptischuntersuchung. Dabei wird die Position des Patienten von horizontaler Lage in nahezu senkrechte Lage mit einem entsprechend speziell dafür hergestellten Tisch befördert und gleichzeitig unter medikamentenstimulation die Kreislaufregulationsparameter (kontinuierliche Blutdruckmessung, Herzfrequenzanalyse) bestimmt. Daraus können die verschiedenen Formen der Kreislaufregulationsstörung diagnostiziert werden und entsprechende Behandlungsmayßnahmen eingeleitet werden.
Behandlung
Angina pectoris und koronare Herzerkrankung
Eine Angina pectoris (Brustschmerz) deutet auf eine schwere koronare Herzkrankheit hin. Bei dieser Erkrankung sind die Blutgefäße, die das Herz mit lebenswichtigem Sauerstoff versorgen, durch Fetteinlagerungen, sogenannte Plaques, verstopft. Grunderkrankung ist die Arteriosklerose, im Bereich der Herzkranzarterien Koronarsklerose genannt. Unter Belastung kann das Sauerstoffangebot dem erhöhten Bedarf nicht mehr angepasst werden. Es kommt zum Angina pectoris-Anfall, der sich typischerweise in Form von akut einsetzenden Schmerzen im Brustbereich äußert. Die Angina pectoris ist ein ernst zu nehmendes Warnzeichen und wird in diesem Zusammenhang auch als Vorbotin des Herzinfarkts bezeichnet. Behandelt wird die Angina pectoris mit Medikamenten wie Nitroglyzerin, Betablockern und Kalziumantagonisten. Sofern eine medikamentöse Behandlung nicht ausreicht, werden in der Regel kathetertechnische Eingriffe vorgenommen (Angiographie).
Angiographie
Die Angiographie im Katheterlabor wird in den meisten Fällen in direkter Bereitschaft zur Behandlung durchgeführt. So wird bei Patienten mit einer gesicherten arteriellen Durchblutungsstörung bereits während der Untersuchung eine Ballondilatation (Ballonaufdehnung) durchgeführt Hier wird ein Katheter, an dessen Ende sich ein kleiner Ballon befindet, über das Gefäßsystem bis zum Herzen vorgeschoben. An der Engstelle wird der Ballon aufgeblasen und die verengenden Plaques werden komprimiert. Auf diese Weise wird ein besserer Blutfluss gewährleistet. Ergänzend kommen Stents zum Einsatz. Hierbei handelt es sich um Gefäßprothesen, die auf Dauer in die Arterie eingesetzt werden, um diese offen zu halten.
Einsatz von verschiedenartigen Stents
In der Klinik für Kardiologie werden seit langer Zeit alle neuartigen Stents in unterschiedlicher Ausführung implantiert. Dabei fällt die Wahl je nach Diagnose auf sogenannte Bare-Metal-Stents (unbeschichtete Stents) oder modernste medikamentenbeschichtete Stents (Drug-Eluting- Stents), die immer dann eingesetzt werden, wenn ein erneuter Gefäßverschluss (Rezidivstenose) droht. Die Implantation von Bifurkationsstents wird bei komplizierten Abzweigungsverengungen vorgenommen. Um den Behandlungserfolg zu gewährleisten, wird mit größter Sorgfalt - je nach Ausprägung der Verengung - die erforderliche Stenttechnologie ausgewählt. In enger Abstimmung mit der radiologischen und gefäßchirurgischen Abteilung unseres Hauses werden die Verfahren der modernen, interventionellen- kathetergestützten Behandlungstechnik und Stentimplantation auch bei Gefäßverschlüssen der Hals-, Bauch- und Beinarterien (periphere Arteriosklerose, pAVK) angewandt. Dabei werden neueste Verfahren der Wiedereröffnung von chronischen Verschlüssen, der Aufdehnung und Stentimplantation peripherer Arterien angewendet.
Atherektomie
Bei komplizierten Wiederverengungen kommt in Einzelfällen bei Patienten mit pAVK das Atherektomieverfahren zur Anwendung. Über einen Katheter wird ein spezielles Rotationsmesser in die Arterie eingeführt, das die Plaques aus den Gefäßwänden herausschneidet. Immer häufiger wird aber auch das Cutting-Balloon-Verfahren angewandt. Bei dieser Technik ist der Ballon mit kleinen scharfen Messern besetzt, die bei der Aufdehnung das Gefäß mit kleinen Schnitten versehen. Diese Fissuren verhindern eine erneute Verengung des Gefäßes. Das Verfahren kommt teilweise auch bei Verschlüssen der Herzkranzgefäße.
Periphere Atherektomie
Unter Periphere Atherektomie versteht man die Entfernung von "Kalkablagerungen", sogenannten Plaques, mittels Ausschälung in peripheren Gefäßen (z.B. Gefäße der Beine und des Bauches). Das angewandte Verfahren wird bisher nur in wenigen Zentren in Deutschland durchgeführt - in der Region lediglich in der Klinik für Kardiologie am St. Vincenz Krankenhaus. Das Spektrum der kathetergestützten Behandlung der peripheren Verschlusskrankheit (pAVK) wird durch die Einführung dieser modernen Technologie erheblich erweitert (Siehe auch Animation mpg-Datei/7 MB).
Bypass-Operationen
Sofern diese Behandlungsmethoden keinen Erfolg versprechen, werden in der Regel Bypass-Operationen in Zusammenarbeit mit herzchirurgischen Zentren durchgeführt. Die Engstellen werden durch Gefäßtransplantate überbrückt. Dabei wird eine Vene aus dem Bein oder eine Arterie aus der Brust bzw. aus dem Arm des Patienten entnommen und am Herzen wieder eingesetzt. Somit erhält der Herzmuskel hinter der Engstelle wieder genügend sauerstoffreiches Blut.
Mitralklappenaufdehnung und Schirmchensystemen
Bei Herzfehlern (Verengung der Mitralklappe) kann die Mitralklappenaufdehnung (Valvuloplastie) angewendet werden. Bei älteren Patienten mit hochgradiger Aortenklappenstenose, die nicht operiert werden können, wird in Einzelfällen die neue Methode der kathetergestützten Aortenklappen-Stentimplantation durchgeführt. Angeborene Herzfehler wie Defekte der Vorhofscheidewand (ASD, PFO) werden mit Schirmchensystemen kathetertechnisch verschlossen.
Verengungen der Halsarterien
Ein besonderer Arbeitsschwerpunkt ist die Behandlung von hochgradigen (symptomatischen) Verengungen der Halsarterien (Carotisstenosen) mit kathetertechnischen Verfahren (Stentimplantationen) unter Anwendung neuester Methoden der Stenttechnologie und sogenannter Schutzsysteme.
Akuter Herzinfarkt
Ein herausragender Schwerpunkt unserer Abteilung ist die Versorgung von Patienten mit akutem Herzinfarkt in der 24-Stunden-Rufbereitschaft. Jährlich werden über 250 akute Herzinfarkte notfallmäßig versorgt. Dabei spielt der Zeitfaktor eine entscheidende Rolle. In enger Zusammenarbeit mit dem Rettungswagensystem erhalten Patienten unmittelbar eine Notfallbehandlung. Um die Lebensgefahr bei akutem Herzinfarkt zu verringern, werden die verschlossenen Herzkranzarterien direkt mit einem Katheter geöffnet. Da der Zeitfaktor bei der Notfallintervention entscheidend ist, wird in unserer Klinik ständig an der weiteren Optimierung der Arbeitsabläufe gearbeitet. Diese Arbeit wird im Rahmen eines Studienprojekts wissenschaftlich begleitet.
Herzschrittmacherimplantation
In der Klinik für Kardiologie werden Herzschrittmacher bei Patienten mit langsamen Herzrhythmusstörungen implantiert. Dabei kommen alle modernen Ein- und Zweikammersysteme sowie weitere innovative Systeme bei Patienten mit Vorhofflimmern oder schwerer Herzmuskelschwäche zum Einsatz. Der Schrittmacher wird in örtlicher Betäubung unter den Brustmuskel implantiert. Der Eingriff erfolgt in Zusammenarbeit mit der chirurgischen Abteilung unseres Hauses. Bei Patienten mit Herzmuskelschwäche (Herzinsuffizienz) und Linksschenkelblock – einer einseitigen Blockade der Leiterbahnen des Herzen – werden spezielle biventrikuläre Systeme eingesetzt.
Was leisten Herzschrittmacher
Diese modernen Schrittmacher der neuen Generation stimulieren beide Herzkammern, führen dadurch zu einer deutlich verbesserten Leistungsfähigkeit des Herzens und erhöhen die Lebensqualität des Patienten bei einer nachhaltig verbesserten Prognose des Krankheitsbildes erheblich. Zudem können biventrikuläre Schrittmacher bei Risikopatienten mit akuten Herzrhythmusstörungen mit der Implantation eines Defibrillators kombiniert werden. Nach der Schrittmacherimplantation werden die Patienten in unserer Schrittmacherambulanz weiter kardiologisch betreut.
Implantation von Defibrillatoren
Lebensbedrohliche Herzrhythmusstörungen können durch einen Defibrillator zuverlässig unterbrochen werden. Der Defibrillator wird ähnlich wie ein konventioneller Schrittmacher implantiert. Er erkennt gefährliche Herzrhythmusstörungen innerhalb von Sekunden und ist in der Lage, die meisten Störungen durch nicht spürbare elektrische Impulse zu unterbrechen. Sind die Impulse nicht erfolgreich oder tritt Kammerflimmern auf, so gibt der Defibrillator einen lebensrettenden Elektroschock ab. Er arbeitet so zuverlässig, dass die Gefahr, an einer lebensbedrohlichen Herzrhythmusstörung zu sterben, nahezu ausgeschaltet wird. Der Defibrillator ist somit zum Lebensretter geworden, der aus der Behandlung bedrohlicher Herzrhythmusstörungen nicht mehr wegzudenken ist. Nach einer Defibrillator-Implantation werden die Patienten bei uns in der Defibrillatorambulanz weiter betreut.
Ablation
Die Ablation ist ein Behandlungsverfahren, das bei Patienten mit schnellen (tachykarden) Herzrhythmusstörungen zur Anwendung kommt. Mit einem speziellen Katheter werden zusätzliche Leitungsbahnen des Herzens unterbrochen. Die oft angeborenen und im späten Erwachsenenalter auftretenden Rhythmusstörungen können durch den Eingriff häufig vollständig geheilt werden.
Kardiologische Intensivstation
Unsere Klinik verfügt über eine neue hochmoderne kardiologische Intensivstation mit neun Intensivbetten. Die Intensivstation ist mit einer Monitoranlage und einem modernen Beatmungssystem ausgestattet. Die technische Ausstattung entspricht dem aktuellen Stand der Technik und erlaubt die Behandlung aller intensivmedizinischen Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems.
Monitor- und Telemetriestation
Neben der Intensivstation verfügt unsere Abteilung über eine neue Monitor- und Telemetriestation. Sie dient der kontinuierlichen Herzrhythmusüberwahung von acht Patienten. Stark gefährdete Patienten werden hier kontinuierlich überwacht.
Physiotherapie
In enger Zusammenarbeit mit der krankengymnastischen Abteilung des Hauses werden Patienten nach einem Herzinfarkt in der Mobilisierungsphase betreut. In dieser Phase geht es vorrangig darum, den Patienten langsam an die körperlichen Belastungen des Alltags zu gewöhnen und das Herz-Kreislauf-System zu trainieren.
Den Ärzten unserer Abteilung ist die Beratung und die Aufklärung der Patienten besonders wichtig. Neben der täglichen Visite werden Beratungsgespräche für Patienten mit koronarer Herzerkrankung, Diabetes und Fettstoffwechselstörungen angeboten. Dabei erhält die Aufklärung über Maßnahmen zur Vorbeugung und Behandlung von Erkrankungen aus dem Bereich der Arteriosklerose besondere Bedeutung. Neben der persönlichen Beratung stehen den Patienten zur weiteren Aufklärung eine Fülle von Informationsschriften und Videodemonstrationen zur Verfügung.
Ernährungsberatung
Auf dem Gebiet der Ernährungsberatung besteht eine enge Zusammenarbeit mit der Klinik für Innere Medizin. Mehrere geschulte Fachkräfte informieren über den richtigen Umgang mit der Erkrankung. In persönlichen Beratungsgesprächen und mit individuell ausgestalteten Speise- und Ernährungsplänen sind die Ernährungsberaterinnen bei der Umstellung der Ernährungsgewohnheiten behilflich.
Schulungsprogramme
Im Rahmen der Fortbildung von Patienten und Angehörigen werden verschiedene Programme für ambulante und stationäre Patienten angeboten (Schulungsprogramm für Marcumarpatienten, Aufklärungsprogramm für Patienten mit koronarer Herzerkrankung).
Selbsthilfegruppen
Nachdem der Patient das Krankenhaus verlassen hat, wird er selbstverständlich nicht alleine gelassen. Wir vermitteln Ihnen gerne Kontakte zu Selbsthilfegruppen, z.B. zu den zahlreichen Herzsportgruppen in Essen.
Klinik und Wissenschaft
Neben der bestmöglichen medizinischen Versorgung der Patienten ist es seit vielen Jahren eine wichtige Aufgabe der Klinik, die routinemäßig durchgeführten Untersuchungen und Eingriffe wissenschaftlich auszuwerten. Die wissenschaftlichen Erkenntnisse fließen wiederum in den alltäglichen Klinikbetrieb ein und sorgen für die weitere, ständige Verbesserung der Diagnose- und Behandlungsverfahren. Darüber hinaus hat die Klinik in den vergangenen Jahren eine Vielzahl von wissenschaftlichen Publikationen veröffentlicht und sich im Rahmen internationaler Symposien mit viel beachteten Fachvorträgen einen hervorragenden Ruf erworben.




