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Behandlung
Das Leistungsspektrum unserer Klinik
Die Urologie befasst sich mit Erkrankungen und Funktionsstörungen der Harn- und Geschlechtsorgane. Frauen und Männer sind hiervon im Laufe ihres Lebens ebenso betroffen wie Kinder.
Ideale Voraussetzungen für rasche Genesung
In den letzten Jahren hat die Urologie große Fortschritte erzielt. Viele Eingriffe werden mittlerweile ohne Schnittoperation auf endoskopischem oder laparoskopischem Weg („Schlüsselloch-Chirurgie“) durchgeführt. Die technischen Weiterentwicklungen der Laser- und Hochfrequenzchirurgie-Geräte ermöglichen schonende, wenig belastende Operationen ohne nennenswerten Blutverlust. Insbesondere seit Anfang 2004 verfügen wir hier im Essener Norden über die neuesten dieser Geräte. Auch unsere neuen, hoch entwickelten Operationsinstrumente repräsentieren das Beste, was Wissenschaft und Industrie derzeit zu bieten haben. Zusammen mit der medizinischen und pflegerischen Kompetenz und unserer Erfahrung sind dies ideale Voraussetzungen für eine rasche Genesung.
Untersuchungs- und Behandlungsmöglichkeiten sind vielfältig
Unsere Klinik verfügt über eine große Vielfalt an Untersuchungs- und Behandlungsmöglichkeiten. Alle Möglichkeiten und Verfahren einer urologischen Klinik der Schwerpunktversorgung werden angeboten. Darüber hinaus haben wir uns zusätzlich auf zwei Schwerpunkte spezialisiert: die Neurourologie sowie die Rekonstruktive Chirurgie und Inkontinenzchirurgie.
Während sich die Neurourologie mit Funktionsstörungen der Harnblase, des Schließmuskels und der Harnröhre beschäftigt, ermöglichen neue Operationstechniken der Rekonstruktiven Chirurgie beispielsweise Krebsoperationen ohne Organverlust oder die Wiederherstellung von verlorenen Organfunktionen. Welche Möglichkeiten diesbezüglich bestehen, kann nur im Einzelfall und in Kenntnis der Erkrankungsausbreitung entschieden werden. Die Inkontinenzchirurgie kann oftmals durch kleine und schonende Eingriffe unfreiwilligen Harnverlust beheben, wenn andere Maßnahmen versagt haben.
Auf dieser Seite geben Ihnen einen Einblick in folgende Thmen:
- Häufige Erkrankungen und ihre Behandlung:
- Behandlung von Tumorerkrankungen:
- Neurourologie
- Rekonstruktive Chirurgie
- Sprechstunden/ Ambulanz/ Notfälle
- Forschung und Lehre
- Standing
Häufige Erkrankungen und ihre Behandlung:
- Extrakorporale Stoßwellenlithotripsie (ESWL)
- Ureterorenoskopie (URS)
- Perkutane Nephrolitholapaxie (PNL
- Benigne Prostatahyperplasie
- Transurethrale Elektroresektion (TUR)
- Harnstauungsniere
- Pyelonephritis
- Harnröhrenstriktur
Blasen-, Harnleiter- und Nieriensteine
Zu den meist behandelten Erkrankungen in der Urologie des Marienhospitals zählen Blasen-, Harnleiter- und Nierensteine. Wie diese auch als Konkremente bezeichneten Festkörper entstehen, ist nicht genau geklärt. Falsche Ernährung, unzureichende Flüssigkeitszufuhr und ein gestörter Stoffwechsel scheinen Faktoren zu sein, die eine Steinbildung begünstigen. Für die Therapie dieser Erkrankungen sind Lage, Größe sowie Anzahl der Steine und mitunter deren Zusammensetzung entscheidend. Der aus Harnsäure bestehende Harnstein lässt sich meist medikamentös auflösen. Bei Steinen mit anderer Zusammensetzung ist der Urologe auf alternative Therapieformen angewiesen.
Harnleitersteine (Uretersteine) bilden sich in der Niere und wandern von dort aus in den Harnleiter (Ureter), eine circa 30 cm lange und vier Millimeter starke Verbindung zwischen Niere und Blase. Beträgt der Durchmesser des Steins weniger als fünf Millimeter, wird er in der Regel mit dem Harn ausgeschieden. Dabei kann es zu Koliken kommen. Zur schnellen Behandlung der Beschwerden werden intravenös schmerzstillende Medikamente verabreicht.
Stoßwellenlithotripsie
Hat die Röntgenuntersuchung eine Steingröße zwischen einem halben und einem Zentimeter ergeben, stehen uns verschiedene Therapieformen zur Auswahl. Eine berührungsfreie und schonende Therapie ist die extrakorporale Stoßwellenlithotripsie (ESWL), bei der die Steine mit Hilfe von außen verabreichter Stoßwellen zertrümmert werden. Das Verfahren arbeitet mit elektromechanischen Stoßwellen, die mitunter als dumpfes Pochen empfunden werden; trifft die Welle auf das Konkrement, entlädt sich ihre Energie und bricht den Stein auseinander. In Abhängigkeit von der Steingröße ist das Konkrement nach einigen Sitzungen in sandkorngroße Fragmente zerbrochen, die dann mit dem Harn ausgeschieden werden.
Ureterorenoskopiem (URS)
Eine andere häufig eingesetzte Methode der Steinentfernung ist die Harnleiterspiegelung, auch Ureterorenoskopie oder kurz URS genannt, mit Steinentfernung. Diese Methode zählt zu den endoskopischen Verfahren. Während einer kurzen Narkose wird ein sehr dünnes Endoskop über die Blase in den Harnleiter eingeführt, um ihn in seiner gesamten Länge bis hin zum Nierenbecken einzusehen. Spezielle Instrumente ermöglichen es nun, den Stein unter Sichtkontakt zu zertrümmern und zu entfernen. Dieses Verfahren wird auch angewendet, um eine Gewebeprobe zu entnehmen.
Perkutane Nephrolitholapaxie (PNL)
Bei großen Steinen in den Nierenkelchen, die endoskopisch über den Harnleiter nicht einsehbar sind, kommt die perkutane Nephrolitholapaxie, abgekürzt PNL, zum Einsatz. Dabei wird unter Narkose die steintragende Stelle der Niere punktiert und der so gewonnene Zugang vorsichtig aufgedehnt. Der Urologe schaut mit einem Endoskop in das Nierenbeckenkelchsystem und beginnt mit der Zertrümmerung und Entfernung des Steines. Durch den Einsatz von URS und PNL ist die Notwendigkeit offener Steinoperationen auf unter 1% gesunken.
Benigne Prostatahyperplasie
Die benigne Prostatahyperplasie, also die gutartige Prostatavergrößerung, entwickelt sich in der Regel bei Männern ab dem 40. Lebensjahr; bei den 60- bis 80-jährigen sind über 75% betroffen. Die Erkrankung macht sich vornehmlich durch Beschwerden beim Wasserlassen bemerkbar: Verlängerte Blasenentleerung, schwacher Harnstrahl, unvollständige Entleerung der Blase, aber auch Schmerzen im Unterbauch zählen zu den häufigsten Symptomen.
Transurethrale Elektroresektion (TUR)
Genau geklärt sind die Ursachen der Gewebevermehrung und der damit verbundenen Einengung der Harnröhre noch nicht. Gesichert ist jedoch der Zusammenhang zwischen dem steigenden Lebensalter und der natürlichen Hormonumstellung des „alternden“ Mannes. Falls die Beschwerden beim Wasserlassen nicht auf medikamentösem Weg gelindert oder beseitigt werden können, kommt die transurethrale Elektroresektion (TUR) von Prostatagewebe in Frage. Der Arzt führt bei dieser Operation einen so genannten Resektionsschaft mit integrierter Metallschlinge durch die Harnröhre bis zur Prostata ein. Durch dieses stabartige Endoskop wird elektrischer Strom mit hoher Frequenz geleitet, um das überschüssige Gewebe schonend abzutragen. Anschließend wird für zwei Tage ein Katheter eingesetzt, durch den der Urin abgeleitet und die Blase kontinuierlich für ein bis zwei Tage gespült wird. Die Operation kann je nach Wunsch des Patienten beziehungsweise nach medizinischen Kriterien in Teil-oder Vollnarkose durchgeführt werden.
Die Elektroresektion stellt auch heute noch die wirkungsvollste operative Methode im Behandlungsspektrum der gutartigen Prostatavergrößerung dar. Durch die Einführung der neuesten Hochfrequenzchirurgiegeräte ist die transurethrale Elektroresektion der Prostata in unserem Hause sehr schonend geworden.
In Kombination mit modernen Anästhesieverfahren und lückenloser Überwachung können so auch ältere und gesundheitlich sehr angeschlagene Patienten risikoarm behandelt werden.
Harnstauungsniere
Eine häufige Nierenerkrankung ist die Harnstauungsniere, die im Endstadium als Hydronephrose (Wassersackniere) bezeichnet wird. Die Krankheit ist das Ergebnis von Abflussstörungen des Harns aus der Niere. Durch den dabei entstehenden Druck erweitern sich das Nierenbecken und die Nierenkelche. Der Verlauf kann schmerzlos sein, deshalb wird die Erkrankung in vielen Fällen auch erst im fortgeschrittenen Stadium diagnostiziert.
Um den gestauten Harn abzuleiten, wird in der Regel ein dünner Harnleiterkatheter (Doppel-J, Pigtail) gelegt, der im Zuge einer Blasenspiegelung eingebracht wird. Der Urin fließt neben und durch diese „innere Schiene“ in die Blase ab. In der folgenden Zeit benötigt die Niere eine Erholungsphase, bevor wir weitere diagnostische Schritte planen können, um die Ursachen der Harnstauung aufzudecken. Je nach den zugrunde liegenden Faktoren werden dann sehr unterschiedliche Behandlungen notwendig. Nieren- und Blaseninfektionen sind Entzündungen dieser Organe.
Pyelonephritis
Wird eine Infektion des Nierenbeckens (Pyelonephritis) festgestellt, ist meist die ganze Niere in Mitleidenschaft gezogen. In der Regel handelt es sich um eine von der Harnblase ausgehende, aufsteigende Entzündung. Ihre Ursache sind Harnabflussstörungen, die wiederum von Steinerkrankungen, Missbildungen oder Vernarbungen früherer Erkrankungen etc. ausgelöst werden können. Da es sich um von Bakterien verursachte Erkrankungen handelt, ist eine Antibiotikatherapie je nach Zustand des Patienten gekoppelt mit strikter Bettruhe und reichlich Flüssigkeitszufuhr erforderlich. Um bei möglicher Harnstauung den infizierten Harn abzuleiten, muss durch einen endoskopischen Eingriff eine Abflussmöglichkeit geschaffen werden.
Harnröhrenverengung
Eine Harnröhrenverengung (Harnröhrenstriktur) kann viele Ursachen haben: Oft ist sie die Folge von Verletzungen, länger liegenden Kathetern und Harnröhreninfektionen, um nur einige Beispiele zu nennen. Die Verengung in der Harnröhre wird durch eine endoskopische Operation oder mittels einer Harnröhrenplastik beseitigt. Dabei kann die verengte oder fehlgebildete Harnröhre mit Hilfe eines entnommenen kleinen Mundschleimhautlappens erweitert werden. Bis zum Anheilen des Transplantates wird der Urin über einen so genannten Bauchdeckenkatheter abgeleitet. Lage, Ausdehnung und Häufigkeit wiederkehrender Verengungen sind die Kriterien, nach denen wir endoskopische oder offene Operationsmethoden empfehlen.
Behandlung von Tumorerkrankungen:
- Blasenkarzinom
- Prostatakarzinom
- Nierentumor
- Hodentumor
Interdisziplinäre Zusammenarbeit
Bösartige Veränderungen (Krebs) können im gesamten Urogenitalbereich, das heißt Niere, Blase, Prostata und Hoden, um nur die häufigsten zu nennen, auftreten. Zur Therapie dieser Krankheitsbilder arbeiten wir in den Katholischen Kliniken Essen-Nord-West eng mit anderen Abteilungen zusammen. So mit der Medizinischen Klinik I / Klinik für Hämatologie und Internistische Onkologie unter der Leitung von Privatdozent Dr. Kath sowie mit der Strahlentherapie des Universitäts-klinikums und des Alfried Krupp Krankenhauses. Diese Kooperationspartner ergänzen die operative Therapie urologischer Tumore mit Chemotherapie und Bestrahlungen.
Persönliches Gespräch und Information
Es würde den Rahmen dieser Information sprengen, wollten wir Sie erschöpfend über alle Arten vorgenannter Tumorerkrankungen informieren und Ihnen sämtliche diagnostischen Möglichkeiten und Therapieformen vorstellen. Dies kann nur durch Ihren behandelnden Arzt in einem persönlichen Gespräch mit Erörterung aller Chancen und Risiken der erforderlichen Maßnahmen bezogen auf die individuell bei Ihnen vorliegende Erkrankung erfolgen.
Lymphknotenentfernung bei Krebs
Nachfolgend einige kurze Erläuterungen zu den in unserer Klinik meist behandelten Krankheitsbildern. Bei der Mehrzahl der Eingriffe zur Entfernung tumortragender Organe, insbesondere bei der Prostatakrebserkrankung, werden in der Regel auch die benachbarten Lymphknoten entfernt. Zum einen, um zu verhindern, dass sich die Tumorzellen über die Lymphbahnen im Körper verbreiten; zum anderen, um festzustellen, ob eine Absiedlung in den Lymphknoten bereits vorliegt, da selbst modernste bildgebende Verfahren dies vor der Operation nicht sicher klären können.
Blasenkarzinom
Für das Blasenkarzinom gilt, was als Grundregel auf alle Tumorarten zutrifft: Die Schwere der Operation und die Folgen für den Patienten hängen von dem Einwachsen der Tumorzellen in die Organwand und dem Zellbild ab. Die transurethrale Elektroresektion haben wir bereits beschrieben. Diese Therapiemöglichkeit kommt bei kleineren, auf die Blasenschleimhaut beschränkten, nicht tief sitzenden Tumoren in Frage. Unter Umständen kann es nötig sein, die Blase durch eine radikale Zystektomie komplett zu entfernen. Der Urin wird dann über ein umfunktioniertes Stück Darm abgeleitet, indem eine neue Blase aus der Darmwand gebildet wird.
Prostatakarzinom
Das Prostatakarzinom befällt hauptsächlich Männer ab dem fünfzigsten Lebensjahr. Eine regelmäßige Vorsorgeuntersuchung ist ab dem fünfundvierzigsten Lebensjahr sinnvoll. Wird die Krankheit rechtzeitig erkannt, haben Patienten sehr gute Heilungschancen. Die Behandlung des Prostatakarzinoms ist abhängig von der Tumorausdehnung, dem Lebensalter des Patienten und eventuell vorliegenden Begleiterkrankungen. Patienten, deren Tumor auf die Prostata beschränkt ist, können durch eine radikale Entfernung der Prostata und Samenblasen geheilt werden. Eine weitere wirkungsvolle Behandlung dieses Tumors, insbesondere wenn er über die Prostatakapsel hinaus gewachsen ist, besteht in der Strahlentherapie. Bei der medikamentösen Behandlung des fortgeschrittenen Prostatakarzinoms und Metastasen wird das männliche Sexualhormon Testosteron entzogen.
HIFU – schonender Eingriff ohne Skalpell
Ein neues Behandlungsverfahren nutzt die Wirkung energiereicher Ultraschallwellen, um ohne Operation oder Strahlentherapie bösartige Prostatatumore von außen zu beseitigen. >> Mehr Informationen <<
Nierentumor
Die Behandlung des Nierentumors ähnelt den bereits beschriebenen Therapien. Auch hier wird im Einzelfall geprüft, ob ein organerhaltender Eingriff sinnvoll ist oder die betroffene Niere ganz entfernt werden muss. Welche Therapie zur Anwendung kommt, hängt im Wesentlichen von der Lage und Größe des Tumors sowie der Leistungsfähigkeit der zweiten Niere ab.
Hodentumor
An einem Hodentumor erkranken in der Regel jüngere Männer. Mit einem Leistenschnitt entfernen wir den betroffenen Hoden und entnehmen routinemäßig bei diesem Eingriff auch eine Gewebeprobe aus dem gesunden Hoden. Mittels dieser Gewebeprobe kann man unter Umständen eine im Frühstadium vorhandene Tumorbildung erkennen und diese dann durch Bestrahlung hodenerhaltend behandeln. Auch bei vorliegenden Metastasen bestehen durch operative Methoden, Bestrahlung oder Chemotherapie sehr gute Heilungschancen, vor allem dann, wenn die Erkrankung frühzeitig erkannt wird.
- Gegenstand sind nervale Steuerungsschäden des Harn- und Geschlechtstraktes bei Nerven- und Stoffwechselerkrankungen sowie nach Unfällen (Multiple Sklerose, Schlaganfall, Morbus Parkinson, Diabetes mellitus, Querschnittslähmung)
- die Video-Urodynamik und Neurophysiologie erlauben sicher die besonders schwierig festzulegende Behandlungsstrategie zur Vermeidung von Spätschäden an Harnblase und Nieren
- die Therapiemöglichkeiten reichen vom Medikament über Physiotherapie bis zur neurourologischen Operation (Nervenstimulation und -modulation) und deren Kombination
Blasen- und Schließmuskelfunktionsstörung
Unter dem Begriff „Neuro-Urologie“ versteht man die Diagnostik und Therapie von Blasen- und Schließmuskel-Funktionsstörungen, die durch einen Defekt der Nervenversorgung der betroffenen Organe bedingt sind. Diese Störungen treten bei vielen neurologischen Krankheitsbildern, besonders aber bei Querschnittslähmung und bei Patienten mit Multipler Sklerose, Diabetes mellitus, Morbus Parkinson sowie nach Schlaganfall (Apoplex) auf. Sie können sich als Reizblase, Drangsymptomatik, Inkontinenz, Blasenentleerungsstörungen, Potenzstörungen, chronische Harnwegsinfekte und Schmerzzustände im kleinen Becken äußern. Die Häufigkeit dieser Erkrankungen ist zunehmend. Bis heute gibt es jedoch nur wenige speziell zur Therapie dieser Krankheitsbilder ausgebildete Urologen. Der Schwerpunkt Neurourologie bietet neben einer umfassenden problembezogenen und individuellen Diagnostik das gesamte Spektrum der konservativen und operativen Therapie an.
Schwerpunkte sind:
- modernste medikamentöse Behandlungsstrategien (z.B. bei Harnwegsinfekten, Reizblase)
- minimalinvasive Therapie des unfreiwilligen Harnverlustes (Harninkontinenz)
- Botulinum-A-Toxin-Injektionen bei schwerer Blasenfunktionsstörung
- durch Elektrotherapie unterstützte Medikamentenapplikation in die Harnblase (E.M.D.A.)
- intravesikale Elektrostimulation zur Behandlung der „schlaffen Harnblase“
- Stimulationstherapie des peripheren Nervensystems (Pudendusstimulation)
- Sakralblockade zur Behandlung der Reizblase und der „instabilen Blase“
- Implantation von künstlichen Schließmuskelsystemen
- Implantation von „Blasenschrittmachern“ (Neuromodulatoren, Brindley-Stimulatoren) bei komplexen Problemen
Neurourologische Diagnostik
Die Diagnostik von Blasenfunktionsstörungen hat durch die Einführung der Videourodynamik, digitaler Röntgenarbeitsplätze und der Ultraschalldiagnostik in den klinischen Alltag eine sehr hohe Qualität erreicht. Die Grundvoraussetzung für die Einleitung einer erfolgreichen Therapie ist eine zuverlässige Diagnose. In der Klinik stehen alle technischen und apparativen Voraussetzungen zur Abklärung von Blasenfunktionsstörungen zur Verfügung. Basierend auf den erhobenen Befunden wird für den einzelnen Patienten ein Therapiekonzept entwickelt und angeboten.
Einsatz von Neurotoxinen zur Behandlung von Funktionsstörungen des unteren Harntraktes
Die Behandlung von Patienten mit Blasenfunktionsstörungen ist nach wie vor eine große Herausforderung an den behandelnden Urologen. Insbesondere das Verhältnis von Therapieerfolg, Nebenwirkungen und Begleiterscheinungen bedarf einer besonderen Beachtung. Die Einführung von Neurotoxinen in das neurourologische Fachgebiet eröffnet hier neue Möglichkeiten. Durch die gezielte Beeinflussung kranker Organsysteme mittels Medikamenten können allgemeine Nebenwirkungen minimiert und vermieden werden.
Einsatz der externen und sakralen Nervenstimulation zur Behandlung von Blasenfunktionsstörungen und chronischem Beckenschmerz
Die sakrale Nervenstimulation ist ein Behandlungsverfahren, bei dem Nervenfunktionsstörungen der Blase positiv beeinflusst werden können. Ob ein Patient für dieses Behandlungsverfahren geeignet ist, wird im Rahmen eines Stimulationstests geprüft. Im Falle einer positiven Antwort kann ein entsprechendes permanentes Stimulationsset implantiert werden.
Der chronische Beckenschmerz
Der chronische Beckenschmerz stellt trotz enormer Forschungsbemühungen in den letzten Jahren ein medizinisches Problem dar. Durch die Überlappung von Krankheitsbildern aus verschiedenen Fachgebieten im Beckenbereich sowie einer unscharfen Trennlinie zu psychosomatischen und psychiatrischen Krankheitsbildern sind sowohl diagnostische als auch therapeutische Schwierigkeiten vorprogrammiert.
Rekonstruktive Chirurgie
In den letzten Jahren wurden Operationstechniken entwickelt und verfeinert, die auch bei Krebserkrankungen einen Organ- und Funktionserhalt ermöglichen. Oftmals kann, beispielsweise, eine Nierengeschwulst entfernt werden, ohne die gesamte Niere zu opfern. Gleichfalls verbessern nervenschonende Operationsverfahren die Ergebnisse der Kontinenz und Potenz nach Entfernung der Prostata aufgrund von Prostatakrebs. Selbstverständlich müssen die Möglichkeiten unter Berücksichtigung der Tumorausbreitung und anderer Gegebenheitenim Einzelfall geprüft werden. Auch nach fehlgeschlagenen Voroperationen oder bei Organverlust ermöglicht die rekonstruktive Chirurgie oftmals durch Prothesen (künstliche Schließmuskelsysteme, Penisprothesen, Harnleiterersatz, Harnblasenneubildung) eine wesentliche Verbesserung der Lebensqualität.
Sprechstunden/ Ambulanz/ Notfälle
Ambulante kassenärztliche Unter-suchungen und Konsultationen können auf Zuweisung von niedergelassenen Urologen und Kinderärzten erfolgen. Privatärztliche Behandlungen durch den Chefarzt sind ohne Zuweisung möglich. Eine Terminvereinbarung unter der Rufnummer 0201 6400 1601 ist zwingend erforderlich. Notfallbehandlungen sind ohne Zuweisung jederzeit möglich.
Forschung und Lehre
Als Akademisches Lehrkrankenhaus der Universität Duisburg-Essen sind wir neben der klinischen Patientenversorgung auch im Rahmen der Lehre und Forschung tätig. Derzeit führen wir multizentrische klinische Studien zum hormonrefraktären Prostatakarzinom, zur adjuvanten und palliativen Chemotherapie von Urothelkarzinomen und bei Nierentumoren durch. Im Rahmen der Grundlagenforschung führen wir Studien zur Pathophysiologie von Harnblasenfunktionsstörungen durch. In diesem Zusammenhang stehen Aussagen zu möglichen neuen Behandlungsmethoden der instabilen und „schlaffen“ Harnblase im Vordergrund.
Interdisziplinäre Zusammenarbeit
Im Rahmen der wöchentlichen fachübergreifenden Konferenzen wird das optimale interdisziplinärtherapeutische Vorgehen bei Problempatienten mit anderen Fachdisziplinen besprochen. Mit den Universitäten Duisburg-Essen, Wien, Innsbruck und Mainz bestehen enge wissenschaftliche Kooperationen.
Standing
Der Chefarzt ist Universitätsprofessor mit den klinischen und Forschungsschwerpunkten Neurourologie und Rekonstruktive Chirurgie und vertritt die Klinik verantwortlich auf nationalen und internationalen Kongressen. Er ist in den Gremien der Weltgesundheitsorganisation WHO („International Consultation on Incontinence“), der Deutschen, Europäischen und Amerikanischen Gesellschaft für Urologie und auch als Gutachter und im Beirat der international renommierten Fachzeitschriften „Journal of Urology“, „European Urology“ und „Urology“ tätig.




