Das Marienhospital Altenessen
Breite Unterstützung für Krankenhausbauverein
Die Anfänge des Marienhospitals Altenessen reichen über 100 Jahre zurück. Engagierte Bürger gründeten am 7. Februar 1886 einen Verein, der die erforderlichen Mittel für den Bau eines katholischen Krankenhauses aufbringen sollte. Der unzureichenden medizinischen Versorgung sollte so abgeholfen werden. Der so genannte „Krankenhausbauverein“ fand rasch breite Unterstützung in der Bürgerschaft und hatte nach einem Monat bereits 1.100 Mitglieder. Die Realisierung des Vorhabens kam zügig voran: 1887 wurde der Grundstein für das Marienhospital an der Kirchstraße - der heutigen Johanniskirchstraße - gelegt. Gleich neben der Pfarrkirche der Kirchengemeinde St. Johann Baptist, die die Trägerschaft des Krankenhauses übernahm. Und schon ein Jahr darauf, am 30. Oktober 1888, konnte die „Essener Volkszeitung“ melden: „... der vollendete Bau wurde eingeweiht und seiner edlen Bestimmung übergeben.“
Wachsende Bevölkerung und Industrialisierung bescherten Aufstieg
Bereits im ersten Jahr seines Bestehens nahm das Marienhospital Altenessen 171 Kranke und Verletzte auf. Die höchste Belegung lag bei 21 Patienten. Vor dem Hintergrund der aufstrebenden Industrie und einer kontinuierlich anwachsenden Bevölkerungszahl reichten die Kapazitäten schon bald nicht mehr aus, so dass im Jahre 1892 eine erste Erweiterung um einen Flügel an der Ostseite und im Jahre 1902 ein erneuter Anbau erforderlich wurden. Da in der Region immer wieder Seuchen ausbrachen, beschloss die Bürgermeisterei in einer Versammlung des Jahres 1909 den Bau eines Epidemiehauses. Es wurde 1912 zunächst als selbständige Einheit auf dem hinteren Gelände errichtet, ging jedoch im Jahre 1926 in den Besitz des Marienhospitals über. Zwischenzeitlich war das Marienhospital nochmals kräftig gewachsen. 1911 wurde es an der Kirchstraße erweitert und 1913 ist ein größerer Gebäudeteil an der Hospitalstraße hinzugekommen. Diese Erweiterungsbauten prägten das Gesicht des Marienhospitals bis nach dem 2. Weltkrieg.
"Große Lösung" in den 70er Jahren
Auch nach 1945 blieb das Krankenhaus auf Wachstumskurs: 1949 wurde das so genannte Haus III mit 40 Betten errichtet, und 1958 folgte ein neuer Trakt mit 170 Betten. Aber auch das sollte nur für gut ein Jahrzehnt ausreichen. Nach einer langen Planungs- und Genehmigungsphase wurde Anfang der 70er Jahre die „große Lösung“ in Form eines Neubaus vorgenommen. Die offizielle Grundsteinlegung erfolgte im Januar 1973. Der Bischof von Essen, Kardinal Franz Hengsbach, goss in der Eingangshalle eine Grundsäule mit dem Fachrelief einer Schutzmadonna in Beton. Im Dezember 1974 konnte er das neue Krankenhaus feierlich einweihen. Auch in den 90er Jahren wurden aufgrund veränderter Bedürfnisse der modernen Medizin bauliche Anpassungsmaßnahmen im Marienhospital erforderlich.
So wurde
- das Dachgeschoss zum Kommunikations- und Gesundheitszentrum ausgebaut
- die Außenanlagen zum Therapiegarten umgestaltet
- ein neuer Kreißsaal errichtet
- die Eingangshalle zu einem modernen und offenen Entree umgestaltet
- eine neue Aufwachstation eingerichtet
- und eine Abteilung für Eigenblutversorgung geschaffen
Die Fachkliniken
Das Marienhospital beherbergt zehn Kliniken: die Allgemeine und Viszeralchirurgie, die Gefäßchirurgie, die Anästhesie und Intensivmedizin, die Diagnostische und Interventionelle Radiologie, die Klinik für Gastroenterologie, Hepatologie und Ernährungsmedizin, die Gynäkologie und Geburtshilfe, die Innere Medizin, die Medizinische Klinik I / Klinik für Hämatologie und Onkologie sowie die Klinik für Urologie und Neurourologie.




