Ein Streifzug durch die Geschichte des Philippusstifts
Seit über 100 Jahren die Zukunft fest im Blick
Pfarrgemeinde St. Dionysius setzte Krankenhausbau durch
Am 15. Oktober 1892 sind die Würfel gefallen: Der Regierungspräsident in Düsseldorf schreibt dem Königlichen Landrat des Landkreises Essen, dass „gegen die Ausführung des projektierten Baues eines Krankenhauses in Borbeck medizinalpolizeilicherseits nichts mehr zu erinnern ist.“ Und das gegen den Willen des Bürgermeisters der damals noch selbstständigen Landgemeinde, der für eine Klinik in Trägerschaft der katholischen Pfarrgemeinde St. Dionysius kaum eine Zukunft sehen mag. Noch im selben Jahr wird der Grundstein für das Philippusstift (benannt nach dem Kölner Erzbischof Philipp Kardinal Krementz) gelegt. An Allerheiligen 1893 begeben sich die ersten Patienten in die Obhut des zunächst einzigen Arztes.
Rasanter Aufstieg und schwere Kriegszerstörungen
Der Bürgermeister sollte sich mit seiner Skepsis gewaltig irren. In den folgenden drei Jahrzehnten wächst das Philippusstift in beispiellosem Tempo. Kaum ein Tag vergeht, an dem nicht Handwerker im Haus sind und anbauen. Auch das Personal muss ständig aufgestockt werden, um die rasant steigende Zahl der Patienten versorgen zu können. Im Jahr 1925 macht das kleine Borbecker Krankenhaus dann deutschlandweit durch eine medizinische Pionierleistung von sich reden: Der Nervenarzt Dr. Ferdinand Segerath eröffnet an der Hülsmann-straße die erste psychiatrisch-neurologische Station in einem Allgemeinkrankenhaus. Im Zweiten Weltkrieg wird das Philippusstift so schwer bombardiert, dass einige Gebäudeteile nie wieder aufgebaut werden können. Doch Ärzte und Schwestern halten trotz arger Lebensmittelknappheit, fehlenden Lichts und Trümmem überall den Blick fest in die Zukunft gerichtet.
Modernisierung und Erweiterung
Anfang der 60er Jahre gibt es erste Überlegungen, das Krankenhaus aufs Altenteil zu schicken und einen Klinikneubau auf der grünen Wiese zu errichten, die das Philippusstift seinerzeit für eine eigene Landwirtschaft nutzt. Doch 1984 werden diese Pläne endgültig zu den Akten gelegt. Es fällt die Entscheidung, das alte Gebäude an der Hülsmannstraße mit einer aufwändigen Generalsanierung für die Zukunft fit zu machen. Kernstück ist dabei ein 37 Millionen Mark teurer Neubau, der an das alte Haus angegliedert wird. Auch die anderen Gebäudeteile werden renoviert und modernisiert, bis pünktlich zu seinem 100. Geburtstag wieder ein Richtkranz über dem „Philipp“ schwebt. Zu den herausragenden Leistungen gehören die außerstationären Einrichtungen für ambulante Behandlungen (etwa für Parkinson-Patienten, Aphasiker und psychisch Kranke). Der Einsatz modernster Medizintechnik und der Zusammenschluss mit den Katholischen Kliniken Essen-Nord schaffen die Voraussetzungen für hochspezialisierte Fachabteilungen, die den Patienten eine Behandlung nach neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen in persönlicher Atmosphäre bieten. Ein weit über 100 Jahre altes Krankenhaus in hochmodernem Gewand - im Philippusstift hat die Zukunft bereits begonnen.
Das Krankenhaus heute
Das Philippusstift ist ein Allgemein-Krankenhaus mit über 400 Betten und mehr als 700 Mitarbeitern. Neben verschiedenen Funktionsbereichen wie Labor und Krankengymnastik und einer eigenen Pflegeschulstation ist das Krankenhaus in sieben Kliniken unterteilt.
- Die Klinik für Allgemeine-, Viszeral- und Minimalinvasive Chirurgie hält ein breites Operationsspektrum vor.Immer häufiger kommen schonende OP-Verfahren in minimalinvasiver Operationstechnik zur Anwendung.
- Eine wichtige Versorgungseinheit im Bereich der operativen Notfallbehandlung stellt die Klinik für Orthopädie und Unfallchirurgie dar. Weitere Schwerpunkte der Klinik liegen in den Teilbereichen Hand- und Fußchirurgie sowie Endoprothetik
- Die Medizinische Klinik I behandelt Erkrankungen des Magen-Darmtraktes (Gastroenterologie), Diabetes, Geschwulst- und Bluterkrankungen (Onkologie).
- Die Medizinische Klinik II hat sich auf die Behandlung von Herz- und Kreislauferkrankungen (Kardiologie), Erkrankungen der Lunge (Pneumologie) und der Blutgefäße (Angiologie) spezialisiert.
- In der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie werden alle Krankheitsbilder der Psychiatrie therapiert. Die Klinik verfügt über außerstationäre Einrichtungen wie die Tagesklinik am Düppenberg, die Tagesstätte „Borbeck“ und die Kontakt- und Beratungsstelle „Stützpunkt“.
- In der Klinik für Neurologie und klinische Neurophysiologie stehen für die Versorgung sämtlicher neurologischer Erkrankungen des Gehirns eine Vielzahl modernster Hilfsmittel zur Verfügung. In enger Zusammenarbeit mit anderen Instituten und Außenstellen wie dem NETZ, dem Aphasikerzentrum NRW und dem Wohnmodell „Parkinsonne“ wird nicht nur akut behandelt, sondern auch viel Wert auf eine optimale Rehabilitation etwa von Schlaganfall- oder Parkinson-Patienten gelegt.
- Die diagnostische Radiologie erstellt mit modernsten Geräten bei 40.000 Patienten jährlich ein umfassendes Bild der verschiedensten physiologischen Erkrankungen.




